Finanzen
Landkreis Oberallgäu trägt Schuldenberg nur wenig ab

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Die Schulden, die der Kreis seit 15 Jahren aufgetürmt hat, sind nicht von Pappe: Knapp 13 Millionen Euro waren es Ende 1995; 40,9 Millionen Euro vor vier Wochen. Und fast ebenso viel werden es Ende dieses Jahres sein. Der Etatentwurf sieht einen Schuldenabbau von nur 200000 Euro vor. Dennoch sorgte das bei der Etatvorberatung im Kreisausschuss für keine kontroverse Diskussion. Kämmerer Reinhard Reitzner: «Den Schulden stehen erhebliche Investitionen gegenüber.»

Vom Jahr 2000 bis Ende 2011 werden allein 68,9 Millionen Euro in den Straßenbau geflossen sein. Weitere dicke Posten in dem Zwölf-Jahres-Abschnitt: Ausgaben für Schulen (22,8 Millionen), Krankenhäuser (19,9), Wirtschaftsförderung (18), Hochwasserschutz (9,7), Förderung von Wohnbau und Pflegeeinrichtungen (4,4) sowie Sportförderung (2,7). Also Verwendungen, die vielen Bürgern dienen.

Heuer will der Landkreis 9,5 Millionen Euro in den Straßenbau stecken, 3,3 Millionen in den Kauf von Grundstücken, Fahrzeugen und andere Vermögenswerten. 1,7 Millionen gehen an die Krankenhäuser.

Darlehen tilgt der Kreis in Höhe von 5,4 Millionen Euro, will sich aber zugleich 5,2 Millionen neu leihen. Die Schulden sollen laut Reitzner und Landrat Gebhard Kaiser in den nächsten Jahren deutlich sinken. Vielleicht hilft dabei ja der zuletzt günstige Zinssatz: Für alle laufenden Kredite zusammen beträgt der unterm Strich 3,64 Prozent. Bei einem recht frischen Darlehen mit 20 Jahren Laufzeit sind es nur 2,97 Prozent. Solche «Traumzinssätze» werde man nun wohl längere Zeit nicht mehr sehen, so Reitzner.

Der Entwurf des Verwaltungsetats für laufende Aufgaben ist heuer 95,8 Millionen Euro schwer. Davon verschlingen die Sozialkosten den Großteil: 24,3 Millionen gehen in die soziale Sicherung vor Ort, also Jugend- und Sozialhilfe (Hartz IV).

Zudem muss der Kreis 24,7 Millionen Euro an den Regierungsbezirk abgeben, der die wiederum fast vollständig für soziale Zwecke ausgibt.

Selbst wenn es abstrakt klingt: Es trifft die Bürger vor Ort. Denn über die Kreisumlage zahlen sie alle mit. Und das Geld fehlt den Gemeinden für eigene Aufgaben. Insgesamt sollen die 28 Oberallgäuer Kommunen heuer 55,12 Millionen Euro ans Landratsamt überweisen. 45 Prozent davon, also fast die Hälfte, gibt der Kreis direkt nach Augsburg ab. Der Ausschuss hat den Etatplan einstimmig dem Kreistag empfohlen.

Sitzung: Über den Etat 2011 entscheidet der Kreistag am Freitag, 4. Februar, 9.15 Uhr, im Landratsamt Sonthofen. Weiter geht es um die Richtlinien des Landkreises, wie er künftig Veranstaltungen und Einrichtungen bezuschusst.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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