Giftköder bei Immenstadt
Laborergebnis steht fest: Hündin Malou mit verbotenem "Carbofuran" vergiftet!

Die junge Hündin Milou wurde am Inselsee bei Immenstadt vergiftet.
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  • Die junge Hündin Milou wurde am Inselsee bei Immenstadt vergiftet.
  • Foto: Sandra Bürkle
  • hochgeladen von Benjamin Liss

Der Verdacht von Tierärztin Lisa Röder hat sich bestätigt. Die 11 Monate alte Damalmatinerhündin Malou wurde grausam mit Carbofuran vergiftet. "Wir haben ihr nach dem Tod Blut abgenommen und eingeschickt, jetzt ist das Ergebnis da und wir haben Gewissheit," so die junge Tierärztin aus Blaichach. Carbofuran ist ein hoch toxisches Insektizid, dass in der Europäischen Union bereits seit 2008 verboten ist. Wie die junge Hündin das Gift aufgenommen hat, ist unklar. Es besteht aber kaum mehr ein Zweifel daran, dass es sich um einen Giftköder handelte und sie den Todeskampf leider verloren hatte.

Toter Vogel

Immer wieder werden tote Tiere mit dem Gift "Carbofuran" aufgefunden. Das Insektizid ist in der EU seit 2008 verboten, aber lange haltbar. So gab es zur gleichen Zeit einen ähnlichen Fall bei Bolsterlang. Dort wurde eine tote Wiesenweihe (Greifvogel) gefunden. Auch bei ihr wurde das sofort wirkende Gift nachgewiesen. Wo der geschützte Greifvogel es aufgenommen hat, bleibt unklar.

Gift wirkt schnell

Dass das Gift relativ schnell wirkt, bestätigt den Verdacht, dass die Dalamtinerhündin das Gift im Bereich des Inselsees bei Immenstadt aufgenommen hatte. "Wir sind fassungslos, dass Malou an einem Gift verstorben ist, was seit 13 Jahren verboten ist, wir sind auch unheimlich wütend, dass nicht nur unserer Hündin Schmerz zugeführt wurde, sondern auch uns allen so viel Schmerz zugeführt wurde. Denn keiner legt unbeabsichtigt eine verbotene hoch toxische Substanz aus, die seit 13 Jahren verboten ist", so Malous Besitzerin Sandra Bürkle.

Nur kurz am See

Mitte August war die Familie aus Konstanz im Urlaub im Allgäu. Nur kurz nachdem die Familie am See angekommen war, stimmte etwas mit Malou nicht, so Bürkle. "Auf dem Weg zum Auto ist sie komisch gelaufen und ich dachte, sie hat einen Stein zwischen ihre Ballen und habe gleich geschaut. Doch auf einmal hat sie angefangen zu zittern. Danach ging es wieder und sie spielte am Auto mit ihrer Decke. Kurze Zeit später ist sie zusammengebrochen und hat mich verzweifelt angeschaut", erzählt sie. Auf dem Weg zur Tierklinik nach Blaichach verschlechterte sich der Zustand der jungen Hündin rapide. Kurze Zeit später war sie tot.

Tierärztin kämpfte um das Leben

"Ich habe alles versucht, ich konnte aber nichts mehr machen. Wir wussten ja auch nicht, welches Gift sie verschluckt hat", so die 28-jährige Tierärztin. Der Fall beschäftige sie und ihr Team noch lange, daher wurde auch seitens der Polizei eine Blutentnahme angeordnet. Doch wie das Gift an den Bereich um den See kam, weiß keiner. Klar ist nur: Die Hündin muss das Gift irgendwo im Bereich des Inselsee aufgenommen haben, denn das toxische Insektizid wirkt innerhalb weniger Minuten.

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Gift als Köder ausgebracht

Ausgebracht wurde das Gift wohl in Form von Ködern. "Damit ein Hund stirbt, reicht schon eine kleine Menge aus, ich denke es wurde in Form von Ködern aufgebracht. Eingepackt in ein Fleischstück oder darin getränkt. Sicher kann man es aber nicht sagen", so die behandelnde Tierärztin. Der Schmerz sitzt tief, auch gerade jetzt, wo man weiß, dass jemand mit Absicht ein verbotenes Gift ausgelegt hat. "ch müsste mich sehr zusammen nehmen, höflich zu bleiben, wenn der Verursacher vor mir steht. Und eigentlich ist da jedes Wort zu viel, weil es bei solchen Menschen nicht ankommt. Wer bewusst Tiere tötet, sollte den Schmerz selbst spüren müssen, den Schmerz, den das Tier aushalten muss und den Schmerz von uns Menschen, die dieses Tier sehr liebgewonnen hat", so die 45-jährige Mutter zweier Kinder (12 und 8).

Polizei informieren

"Wenn man eine verdächtige Person beobachtet, die im Wald, auf Feldern oder am See etwas fallen lässt, sollte man sofort dorthin schauen, ob es sich um einen Giftköder handeln könnte und dann auch gleich die Polizei verständigen", so die Tierärztin Lisa Röder.

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