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Kühe liegen in ihrem eigenen Kot – Zustände auf Oberallgäuer Bauernhof kontrolliert

Kühe auf einem Oberallgäuer Bauernhof, der anonym angezeigt wurde.
  • Kühe auf einem Oberallgäuer Bauernhof, der anonym angezeigt wurde.
  • Foto: Anonym
  • hochgeladen von Holger Mock

Unangekündigt kontrolliert hat das Veterinäramt einen Landwirt im südlichen Oberallgäu. Vorausgegangen war eine anonyme Anzeige um Missstände in dem Betrieb. So sollen Kühe auf dem Misthaufen, also auf ihrem eigenen Kot gelegen haben und keinen Zugang zu Wasser und Futter gehabt haben. Daraufhin wurde der Oberallgäuer Betrieb unangekündigt durch die Veterinäre kontrolliert.

Auf Nachfrage von all-in.de konnte das Veterinäramt die Vorwürfe nur zum Teil bestätigen. So hatten zum Zeitpunkt der Kontrolle die betreffenden Rinder Zugang zum Stall mit Futter und Wasser, im Auslaufbereich befand sich ebenfalls eine Tränke. Der Pflege- und Ernährungszustand der Rinder war demnach nicht zu beanstanden.

Tiere liegen im eigenen Kot

Dagegen gab es im Stall mehrere Kriterien, die die Veterinäre zu beanstanden hatten. So war der Auslauf verschmutzt, der Stallboden war schadhaft und es gab einen geringen Überbesatz in zwei Buchten. Dem Veterinäramt wurde auch ein Foto der Tiere, die auf ihrem eigenen Kot lagen, zugeschickt. Die Veterinäre des Landratsamtes Oberallgäu haben auch diesen Vorwurf kontrolliert. "Es wurde ebenfalls eine fehlende Abgrenzung der Haltungseinrichtung zur Lagerstätte von tierischen Ausscheidungen (Kot) und Nutzung der betreffenden Lagerstätte als ungeeignete Liegefläche für Rinder beanstandet", so das Landratsamt Oberallgäu gegenüber all-in.de.

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Gefahr durch Bakterien

Auf Mistlagerplätzen können sich grundsätzlich alle Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze etc. ansammeln, die sich in den Ausscheidungen der Rinder befinden. Sollten sich darunter auch Krankheitserreger wie z. B. Rotaviren (Durchfallerreger) oder Magen-Darm-Würmer bzw. deren Eier befinden, besteht natürlich eine Ansteckungsmöglichkeit. Anzeichen für Erkrankungen konnten im Bestand nicht festgestellt werden. "Hierbei ist jedoch anzumerken, dass ein Kontakt der Rinder zu ihren Ausscheidungen bei den üblichen Haltungssystemen in Menschenobhut nie zu 100% vermieden werden kann. Im vorliegenden Fall ist jedoch der direkte Kontakt zum Lagerplatz durch einfache Maßnahmen wie z. B. eine Abtrennung im Sinne einer guten landwirtschaftlichen Praxis vermeidbar", so das Landratsamt Oberallgäu.

Erste Mängel beseitigt

Bereits jetzt wurden die ersten Mängel auf dem landwirtschaftlichen Betrieb im südlichen Oberallgäu behoben, aber noch sind nicht alle Fristen ausgelaufen. Doch aus fachlicher Sicht sind die vorgefunden Mängel "nicht als gravierend" einzustufen, so das Landratsamt. Der betreffende Landwirt wollte sich auf Nachfrage von all-in.de nicht offiziell zu den Vorwürfen äußern.

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