Freizeit
Kritik an Sicherheit und Kindergetümmel in Sonthofens Kletterhalle

Kritik an Sonthofens Kletterhalle übt unser Leser Christian Gebhard und hat vor allem die Sicherheit im Visier: Die Halle sei an Stoßzeiten zu voll und gleiche zeitweise einem Spielplatz mit vielen Knirpsen, die am Boden herumwuseln. Sein Extrembeispiel: Ein Kletterer habe eine Frisbeescheibe an den Kopf bekommen, während er darauf konzentriert war, einen anderen am Seil zu sichern. Befremdlich findet Gebhard, dass es in den meisten Hallen eine Sicherheitseinweisung gebe, was aber in Sonthofen offenbar nicht interessiere.

Alpenverein: Wer klettern will, muss es erst lernen – 'Besser und anders als andernorts'

'Das stimmt so nicht', kontert Matthias Hill, Geschäftsführer der Alpenvereins-Sektion Allgäu-Immenstadt. Wer in Sonthofens Halle klettere, müsse unterschreiben, dass er das kann, weiß, wie das Sichern geht und die Benutzungsordnung kennt.

Hill vergleicht es mit einem Schwimmbad: Da könne man auch nicht einfach ins Wasser gehen und sagen: Bademeister, zeig’ mir mal das Schwimmen. Wer schwimmen wolle, müsse das auch erst in Familie, Verein oder einem Kurs lernen.

Dass sich in Sonthofens Kletterhalle Kinder tummeln, ist Absicht. Hill: 'Kinder sind unsere Zukunft. Wir wollen Familien in der Halle haben.' Hill weiß von anderen Kletterhallen, wo ein Kind womöglich schon rausfliege, nur weil es einen Mucks macht. 'Wir wollen das deutlich lockerer handhaben.'

Dass Kinder in der Kletterhalle Frisbee spielten, dürfe es aber nicht geben. Auch Kritik an den Preisen weist der Geschäftsführer zurück: Es sei eine Vereinshalle, die Mitgliedern einen deutlichen Preisvorteil biete.

'Das haben wir bewusst so gestaltet.' Und warum gibt es auf den Toiletten der Kletterhalle nur Stoffhandtücher? Der Alpenverein habe sich nach intensiver Diskussion gegen Wegwerftücher aus Papier entschieden, um große Abfallmengen zu vermeiden, so Hill.

Auf Gebhards Vorwurf, Gymnasiasten gingen beim Schulsport in die Halle und kletterten los, bevor die Lehrer kämen, entgegnet Hill: Zum einen sei das eine Aufsichtsfrage für die Schule. Zum anderen eh hätten die Lehrer die Seile. Die Jugendlichen könnten also nur so etwas an der Wand üben.

Dabei zeigt sich Hill verwundert über die Kritik, wo doch die neue Kletterhalle vieles besser und anders habe als andere: In der Region biete sie beispielsweise die größte Höhe, am meisten Tageslicht und eine hochmoderne Lüftungsanlage. Und als dritte Halle in ganz Deutschland habe man einen Sturz dämpfenden Boden, wo man selbst aus drei, vier Metern Höhe normalerweise ohne Verletzungen davonkomme.

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