Amtsgericht
Kriminelles Paar in Sonthofen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt

Die Angeklagten hielten sich die Hand, als das Urteil verkündet wurde. Für je ein Jahr müssen ein 26-Jähriger und seine gleichaltrige Freundin ins Gefängnis, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls mit Waffen wurden beide am Amtsgericht Sonthofen zu der Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Paar hatte im April Waren im Wert von 300 Euro aus einem Bekleidungsgeschäft in Immenstadt gestohlen. Dabei trugen der Mann und seine Freundin Messer in ihren Taschen - Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Strafmaß. << Es ist eine abstrakte Gefahr >>, führte der Staatsanwalt aus. << Wer bei einem Diebstahl eine Waffe mit sich führt, läuft Gefahr, sie zu benutzen, wenn er erwischt wird. >>

Beide Täter haben ein lange kriminelle Vorgeschichte und waren erst wenige Monate vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen worden. Hinter Gittern lernten sie sich kennen, schrieben sich Briefe und zogen in eine gemeinsame Wohnung. Die 26-Jährige ist schwanger, eine Hochzeit sollte im nächsten Monat stattfinden.

Doch aus der gemeinsamen Zukunft wird jetzt erst mal nichts. Richter Dr. Alexander Hirschberg sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten bei dem Diebstahl gemeinschaftlich vorgegangen sind. << Sie haben professionell und arbeitsteilig gehandelt >>, sagte er.

Zuvor hatten die Angeklagten ausgesagt, der 26-Jährige habe die Tat alleine begangen. Seine Freundin habe nichts von dem Diebstahl gewusst. Dagegen sprach aus der Sicht des Staatsanwalts, dass die Frau - die vorgab, eine Hose zurücklegen zu lassen - einen falschen Namen und eine falsche Telefonnummer hinterließ und gemeinsam mit ihrem Freund nach dem Verlassen des Ladens spurlos verschwand.

<< Geben Sie uns noch eine Chance >>, fleht der Angeklagte den Richter an. << Wir wollen uns beweisen, dass wir es schaffen. >> Beide Angeklagte haben ein langes Vorstrafenregister - auch einschlägige Taten finden sich darunter. Der Diebstahl sei eine einmalige Dummheit gewesen, führte der Angeklagte aus.

Er sei von den Drogen losgekommen und bereit, mit dem gemeinsamen Kind sein Leben von Grund auf zu ändern. << Wenn wir beide ein Jahr in Haft kommen, weiß ich nicht was passiert >>, sagte der Angeklagte. << Wir versprechen, dass wir uns in Zukunft zusammenreißen. >>

Das war dem Richter nicht genug. << Ein Jahr Freiheitsstrafe ist der untere Rahmen des Möglichen >>, sagte Hirschberg. Eine Bewährung sei auch deshalb nicht möglich, weil die Angeklagten in der Vergangenheit wiederholt gegen Bewährungsauflagen verstoßen hätten.

<< Leider haben die Strafen bei Ihnen bisher keine Veränderung bewirkt. >> Es sei zwar nicht von der Hand zu weisen, dass es positive Entwicklung im Leben der beiden Angeklagten gebe - das hatten auch Berichte der Bewährungshelfer bestätigt - doch diese reichten nicht für eine positive Sozialprognose aus.

<< Bei Ihrer Vergangenheit hätte es ganz erhebliche stabilisierende Faktoren geben müssen >>, sagte der Richter. << Positive Ansätze reichen in Ihrem Fall nicht mehr aus. >> Die Angeklagten kündigten allerdings an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

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