Umwelt
Kreistagsausschuss hört sich Zwischenbilanz der Allgäuer Moorallianz an

Bei der Allgäuer Moorallianz geht es nunmehr an die praktische Arbeit, nachdem Sumpfflächen in bisherigem Privatbesitz von der öffentlichen Hand angekauft sind und ein verbesserter Schutz auf dem Papier skizziert ist. Dies war einer Zwischenbilanz zu entnehmen, die der Koordinator dieser Gemeinschaftsaktion von drei Allgäuer Landkreisen und zwei kreisfreien Städten bei einer Sitzung des Oberallgäuer Kreistags-Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt zog. Im Landratsamt in Sonthofen lenkte Dr. Ulrich Weiland den Blick auf bereits gestartete Projekte, bei denen vom Torfabstich ausgetrocknete Sumpfbereiche durchnässt werden. Derzeit erfolgt dies in Buchenberg und Missen-Wilhams.

Die Renaturierung der Moore, mit denen die Region reichlich gesegnet ist, wird als Bestandteil des bayerischen Klimaschutzprojekts von Staatszuschüssen begleitet. Allein für Schwaben wurden heuer 2,35 Millionen Euro als Beihilfe bereitgestellt. Auf das Oberallgäu entfielen bislang 146 Einzelmaßnahmen mit einem Aufwand von 610 000 Euro, wie aus dem Bericht von Weiland im Kreistags-Ausschuss hervorging. Allerdings hat die Moorallianz erst 40 Hektar in den Ursprungszustand versetzt. Renaturierungsfähig sind aber 1500 Hektar Moorgebiete.

2012 soll die praktische Arbeit in den Mooren verstärkt werden. Ablaufgräben werden geschlossen, damit sich Feuchtwiesen wieder mit Wasser vollsaugen können. Gehölze werden gefällt, die dem Moor Wasser entziehen. Auch Moor-Lehrpfade entstehen, um Besuchern den Artenreichtum der Moose aufzuzeigen.

Aufkäufe sind nicht so einfach

Moor-Koordinator Weiland machte den Kreisräten klar, dass die Vorbereitungsarbeiten mit den Landaufkäufen durch die öffentliche Hand nicht einfach seien. Er nannte das Beispiel Emmereiser Moos bei Rettenberg, wo mit vielen Grundeigentümern verhandelt werden musste, die teilweise nur über handtuchschmale Parzellen verfügten. Berichterstatter Weiland deutete noch auf 'ein Juwel im Oberallgäu' hin, wie es kein zweites im bayerischen Alpenraum gebe. Das Strausbergmoos bei Sonthofen stelle ein Latschenhochmoor dar, 'wie es in jedes Lehrbuch passt'. Doch es muss behütet werden.

Landrat Gebhard Kaiser hielt fest, dass sich das Oberallgäu schon 'intensiv hineingehängt' habe, um die Moorvielfalt zu gewährleisten, wobei die Kommunen die Moorflächen aufkaufen sollten. Dem pflichtete CSU-Kreisrat Toni Vogler (Fischen) bei. Er regte an, die Renaturierung als Ausgleichsflächen auf dem Umweltkonto zu berücksichtigen, etwa beim Straßenbau.

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