Neujahrsempfang
Kraftvolle SPD auch ohne Hannelore Kraft

Es wäre doch zu schön gewesen, eine leibhaftige Ministerpräsidentin von der SPD hätte dem bisherigen Vorsitzenden des Sonthofer SPD-Ortsvereins, Max Zieglmaier, die höchste Auszeichnung der Sozialdemokraten, die Willy-Brandt-Medaille, persönlich in die Hand gedrückt. So hatte man es mit Hannelore Kraft aus Nordrhein-Westfalen für den Neujahrsempfang der SPD-Oberallgäu geplant. Doch ein Virus zwang die Politikerin aus NRW aufs Krankenlager. Sonst hätte sie sich jetzt für eine mit Allgäuer SPD-Lederhosenträgern optisch gewürzte Wahlkampfunterstützung vor Monaten in Köln revanchiert. So musste sich vor vielen Parteifreunden, Gewerkschaftern, aber auch Landes- und Kommunalpolitikern anderer Couleur ganz kurzfristig der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert (Füssen) in die Bresche werfen. Er ist derzeit der einzige rote Mandatsträger im Allgäu.

Die Demonstrationen in Stuttgart wegen der Bundesbahn-Pläne für einen unterirdischen Durchgangsbahnhof und der nachfolgende «Runde Tisch» von Gegnern und Befürwortern boten dem Redner ein gutes Stichwort. Wengert legte dar, wie er sich eine bessere Bürgerbeteiligung trotz der in Deutschland repräsentativ ausgerichteten Demokratie mit Parlamentariern als Interessenvertretern der Bürger vorstellt. «Politik darf nicht zur Show verkommen», forderte Wengert mehr Bodenhaftung der Parlamentarier ein. Der Abgeordnete wünscht sich gerade bei Großprojekten eine sehr frühe Einbindung der Menschen wie jetzt - allerdings erst nachträglich - in Stuttgart geschehen. Der SPD-Mann mahnte mit Hinblick auf die erlebten Proteste «die Straße ernstzunehmen».

Die vom Redner angesprochenen Themenbereiche Steuergerechtigkeit, Mindestlohn, Leiharbeit, Armutsrisiko und Atomkraft stießen immer dann auf den meisten Beifall in Wengerts Rede, wenn er dabei die kraftvolle Kampfbereitschaft der SPD zur Gegensteuerung untermauerte. Auch der SPD-Kreisvorsitzende Jörg Hilbert machte klar, dass sich die SPD im Allgäu nicht unterkriegen lassen werde. Er baut auf Kraft aus Nordrhein-Westfalen. Denn nach ihrer Genesung will die Ministerpräsidentin den versprochenen Besuch nachholen.

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