Grüntengebiet
Konzept gegen Konflikte zwischen Jagd, Forst und Tourismus in Burgberg

Die Förster ärgerten sich, weil zu viele Wildtiere ihre neu gepflanzten Bäume anknabbern - die Jäger klagten über Wanderer, die ihnen in die Quere kommen, und die Tiere wurden sowieso öfters verscheucht: Im Schutzwald-Sanierungsgebiet am Burgberger Hörnle kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Problemen zwischen Forst, Jagd und Tourismus. Doch das soll sich bald ändern.

Die Gemeinde hatte sich seit November 2009 im Rahmen der Bergwaldoffensive mit allen Vertretern - Jagdgenossenschaft, Jagdpächtern, Förstern, Touristikern, dem Nordic Aktivzentrum, der Bergschule und auch der IG Klettern - an einen Tisch gehockt und ein sogenanntes Lebensraumkonzept für das Gebiet am Grünten ausgearbeitet. Der Gemeinderat befürwortete diesen Entwurf und beauftragte Bürgermeister Dieter Fischer, es umzusetzen.

Wichtigstes Element in diesem Konzept sei eine Ruhezone für das Wild zwischen Wustbach über die Stuhlwand bis hin zur Kehralpe und Schwandalpe, erläuterte Fischer.

Bisher eher kontraproduktiv sei die Wildfütterung gewesen, die direkt unter der Schutzwald-Sanierungsfläche am Weinberg liegt: So gingen die Tiere in strengen Wintern da durch und knabberten Bäume an. Nun werde der Standort in die Nähe des Alpenblicks verlegt.

Ergänzend zum Lebensraumkonzept gab die Bergwaldoffensive ein Jagdkonzept bei Albin Zeitler in Auftrag: Der Wildbiologe bestätigte die entwickelten Ideen. In Absprache mit der benachbarten Jagdgenossenschaft Wagneritz werde künftig am Burgberger Hörnle und am Siechenkopf vermehrt gejagt, damit die Bäume besser wachsen, erklärte der Rathauschef. Ebenso würden klare Wege für Winter- und Sommerwanderer ausgewiesen.

Pilotprojekt am Start

Das Ganze soll auf freiwilliger Basis umgesetzt werden: Hierzu will die Gemeinde in enger Zusammenarbeit mit dem Naturpark Nagelfluhkette das Pilotprojekt << Respektiere deine Grenzen >> an den Start bringen. Dieses Modell kommt aus Vorarlberg und werde, so Fischer, in anderen Bundesländern Österreichs angewendet - << sehr erfolgreich >>.

Die Wanderwege und Steige könnten wie bisher genutzt werden - mit Ausnahme des << wild angelegten und nicht autorisierten >> Weges über den Bereich Stuhlwand in Richtung Wustbach, ergänzte Fischer. Auch mit diesen << Nutzern >> soll noch gesprochen werden: << Wobei jetzt schon klar ist, dass der Kletterfelsen der Stuhlwand weiter genutzt werden kann. >><< Mit diesem nachhaltigen Konzept wollen wir zeigen, wie wichtig Lebensraum für uns alle ist - nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. >>

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