Nachhaltigkeit
Kleinbäuerliche Landwirtschaft als Chance gegen Ernährungskrise

Das Thema Ernährung im Fokus hatte die Stadt Sonthofen bei einer Veranstaltung mit Benedikt Härlin (Zukunftswirtschaft Landwirtschaft), der selbst am Weltagrarbericht mitgeschrieben hat. Er zeigte die Probleme auf, vermittelt jedoch auch Lösungsansätze. Noch nie haben auf der Erde so viele Menschen gehungert, obwohl Landwirte auf der ganzen Welt gleichzeitig mehr Lebensmittel pro Kopf produzieren als je zuvor. Weiterzumachen wie bisher, ist demnach keine Option: Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft hätten nicht die Welternährung verbessert, sondern lediglich zur Profitsteigerung Einzelner und zu großflächigen Monokulturen geführt.

Ansatzpunkte sieht Härlin bei der Landwirtschaft und dem Verbraucher. Kleinbäuerliche Landwirtschaft mit traditionellen Arbeitsweisen, verknüpft mit modernen Methoden und Erkenntnissen, biete die größte Chance, die Welternährungskrise dauerhaft zu überwinden und die Lebensgrundlage für künftige Generationen zu erhalten. Ökologischer Landbau im Einklang mit der Natur optimiere den Erhalt und bringe nachhaltiges Wirtschaften.

Und die Verbraucher? Die Kaufentscheidung jedes Einzelnen hat laut Härlin direkten Einfluss auf das gesamte System. Seine Formel: Bewusst einkaufen, weniger Fleisch essen und die Herkunft der Lebensmittel kontrollieren.

Das Konzept der Stadt Sonthofen, heimische Produkte mit solchen zu kombinieren, die es hier nicht gibt, zum Beispiel fair gehandelten Kaffee mit heimischer Milch, lobt Härlin sehr: «Der Stadt ist es mit der Initiative Bio-Regional-Fair gelungen, einen richtigen und wichtigen Impuls zu setzen, der sich im Allgäu durchsetzen sollte.»

Doris Buhl, Landwirtin aus Sonthofen, appellierte in der Diskussion an die Politik, insbesondere kleine landwirtschaftliche Betriebe zu unterstützen. «Klasse statt Masse» solle wieder mehr ins Bewusstsein rücken. Sie sprach sich dafür aus, künftig nur landwirtschaftliche Familienbetriebe zu subventionieren, nicht aber die Großindustrie.

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