Gewalt
Klausenprügeleien im Oberallgäu: Erste Fälle geklärt

Der Vorfall schockte viele: Zwei Klausen hatten in Sonthofen eine 42-Jährige vor den Augen ihrer Kinder minutenlang mit Ruten geschlagen und dabei verletzt. Doch die Täter sind noch immer unbekannt.

. Laut Polizeisprecher Christian Owsinski handelte es sich möglicherweise gar nicht um eine Zufallstat. 'Wir können nicht ausschließen, dass es sich um eine gezielte Aktion handelte.' Zwei andere Fälle in Immenstadt wurden hingegen inzwischen geklärt.

Die Prügel hatte es beim Klausentreiben in Sonthofen am 5. Dezember in der Grüntenstraße gegeben: Vor den Augen zahlreicher Menschen hielt ein Klaus die Frau fest, während sie ein anderer verdrosch. Die 42-Jährige, die zu dem Zeitpunkt laut Owsinski innerhalb der Absperrung stand, erlitt erhebliche Prellungen und Blutergüsse an den Beinen. Die Polizei fand bei ihren Ermittlungen etliche Zeugen, die allerdings den Haupttäter unterschiedlich beschrieben. Der Geschädigten legten die Fahnder Fotos verschiedener Klausen-Kostüme vor - ebenso ohne Erfolg.

Im Raum steht laut Owsinski, dass sich die Tat nicht zufällig ereignete, sondern es möglicherweise eine Vorgeschichte zwischen der Frau und einem der Klausen gab - die zwei sich also kannten. Dann hätte es sich also womöglich um eine gezielte Aktion gehandelt. Doch die polizeilichen Erkenntnisse reichten nicht für eine Strafanzeige, sagt Owsinski. Nun muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob die Fahnder weiter ermitteln sollen oder ob der Fall demnächst eingestellt wird.

Weit schneller vom Tisch war ein Vorfall, der sich am Folgetag in Burgberg ereignet hatte: Dort musste eine 25-Jährige Schläge einstecken, worauf ihr Vater das Geschehen anzeigte. Die junge Frau zeigte jedoch bei der Polizei kein Interesse an einer Strafverfolgung: Es habe sich um einen normalen Vorfall im Rahmen des Klausentreibens gehandelt.

Dort hatten Mitglieder einer auswärtigen Perchtengruppe trotz klarer Verhaltensvorgaben des Veranstalters ein Kind und einen jungen Mann verletzt. Einer der Hästräger zerrte ein zehnjähriges Mädchen von seiner Mutter weg; es wurde mit Ruten geschlagen - laut Polizei nicht heftig; aber das Kind geriet in Panik und schrie vor Angst. Die Mutter erstattete Anzeige.

Das tat auch ein 19-Jähriger, der durch harte Rutenhiebe blutige Striemen an den Beinen erlitt. Zunächst wurde hier nach Zeugenaussagen gegen Mitglieder einer österreichischen Gruppe ermittelt; nachdem private Videoaufnahmen ausgewertet worden waren, stellte sich aber heraus, dass es sich um Teilnehmer aus dem Raum Traunstein handelte.

Mit Unterstützung der oberbayerischen Kollegen wurden die beiden für die Übergriffe verantwortlichen Burschen inzwischen ermittelt, erklärt Alexander Hackl von der Immenstädter Polizei: Bei den sehr individuell handgeschnitzten Holzmasken der bayerischen Perchten sei die Identifizierung etwas leichter als bei den Fellmasken von Allgäuer Klausen. Beide Fälle gehen nun an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Bearbeitung.

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