Gewalt
Klausenprügel in Sonthofen: Polizei befragt nun Zeugen

Für Empörung hat die Nachricht gesorgt, dass zwei Klausen am Freitagabend in Sonthofen eine Mutter vor den Augen ihrer Kinder (fünf und sieben Jahre) minutenlang geprügelt hätten. Im Krankenhaus waren bei ihr tags darauf massive Prellungen und Blutergüsse festgestellt worden.

'Wir haben nun Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben', sagt Polizeisprecher Christian Owsinski. Die Chancen stünden nicht schlecht, dass man herausbekommt, . Wobei die Sache rechtlich nicht einfach zu bewerten sei.

'Wer eine Veranstaltung wie das Klausentreiben besucht, willigt quasi zu dieser Art der Körperverletzung ein', sagt Owsinski weiter. Zumal die 42-Jährige aus dem südlichen Oberallgäu stammt und den Brauch somit wohl kenne. Nun stehe eher die Frage im Mittelpunkt, ob die Schläge in ihrer Heftigkeit angemessen gewesen seien.

Auch Michael Lerpscher, Vorsitzender des Klausenvereins Sonthofen, glaubt, dass man die beiden betreffenden Klausen schnell findet. 'Wir hatten beim Klausentreiben über 30 Ordner im Einsatz, dazu waren viele Ehemalige dabei, es wurden zahlreiche Fotos und Videos gemacht.' Zeugen werde es wohl geben. Lerpscher ist nicht erfreut über solche Auswüchse.

Auf der anderen Seite 'hätte die Frau hinter die Absperrungen gehen können, das wäre ja jederzeit möglich gewesen'. Nummeriert zur Identifizierung seien die Klausen in Sonthofen nicht: 'Das wollen wir nicht. Da werden bei Beschwerden irgendwelche Nummern genannt, und es ist nicht unbedingt klar, dass es derjenige dann wirklich gewesen ist.'

Im Immenstadt hingegen ist man überzeugt davon, die wilden Gesellen zu nummerieren. 'Alles andere wäre das reinste Chaos', bestätigt Thomas Schiedrich, Vorsitzender des örtlichen Klausen- und Bärbelevereins. Wer hinter welcher Nummer steckt, weiß in Immenstadt nicht nur der Verein - laut Schiedrich erhält die Polizei vor dem Klausenspringen eine vollständige Liste mit Nummer, Name und Adresse jedes Teilnehmers.

Die Methode habe sich bewährt. Der Klaus könne identifiziert werden. Schlägt jemand grob über die Stränge, wird er ausgerufen und gegebenenfalls nach Hause geschickt.

Einen Kommentar dazu lesen Sie im Bayernteil der Allgäuer Zeitung (Kempten) vom 09.12.2014.

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