Soziales
Kinderschutzbund bietet neues «Umgangscafé» in Immenstadt an

Mama mag nicht, dass das Kind zu Papa in die Wohnung kommt - weil da ja auch seine neue Freundin wohnt. Oder Papa lebt weit weg und weiß nicht, wo er mit seinem Kind hingehen kann, wenn er es mal besucht. Für solche und ähnliche Fälle hat der Kinderschutzbund in Immenstadt ein neues Angebot entwickelt. «Umgangscafé» heißt es und bietet getrennt lebenden Eltern einmal im Monat kindgerechte Räume, um ihren Nachwuchs zu treffen. Ein neutraler Platz. Inklusive geschulter Personen.

«Oft können Eltern in Trennungssituationen nicht gut miteinander umgehen», weiß Sozialpädagogin Irmgard Dittrich. Wenn sie dann vor den Kindern streiten - etwa, wenn der Papa sie bei Mama abholt - kann sich das laut Dittrich verheerend auf die Kinder auswirken. «Ein Kind weiß instinktiv, dass es von beiden Elternteilen stammt. Deshalb fühlt sich ein Kind immer betroffen.» Im Klartext: Wenn die Eltern sich angiften, sucht ein Kind automatisch die Schuld bei sich.

Dem Kinderschutzbund ist es ein Anliegen, dass er Buben und Mädchen einen möglichst unbelasteten Umgang mit ihren Müttern und ihren Vätern ermöglicht, sagt Dittrich.

Das neue Angebot richte sich aber auch an Elternteile, die ihren Nachwuchs sehr lange nicht gesehen haben - und vielleicht gar nicht mehr genau wissen, wie sie mit ihrer Tochter oder ihrem Sohn umgehen sollen. Der Kinderschutzbund biete ihnen kindgerechte Räume mit viel Spielzeug und Personal, das die Eltern bei Bedarf auch anleitet.

Dittrich betont, dass das «Umgangscafé» eine völlig freiwillige Sache sei. Für Fälle, in denen Kinder und Elternteile - aus welchen Gründen auch immer - ständig unter Beobachtung stehen müssen, gebe es andere Angebote des Kinderschutzbundes. Beim «Umgangscafé» gilt: «Wenn ein Vater mit dem Kind auf dem Spielplatz will, kann er das natürlich machen.»

Unterstützt werden die Besucher des «Umgangscafés» von ehrenamtlichen Kräften, die vom Kinderschutzbund internet ausgebildet wurden. Ziel sei immer, dass Eltern und Kinder eines Tages wieder ohne fremde Hilfe klar kommen. «Wir wollen uns ja überflüssig machen», hebt Dittrich hervor.

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