Kostenexplosion
Kindergarten wird deutlich teurer

Viel länger als mit dem Haushalt 2011 beschäftigte sich der Stadtrat Immenstadt damit, wie man mit einer Kostenexplosion beim Neubau des abgebrannten katholischen Kindergartens St. Nikolaus umgehen soll. Statt der ursprünglich kalkulierten Bausumme von 3,3 Millionen Euro muss man nunmehr mit Kosten von knapp vier Millionen Euro und einem städtischen Anteil von 1,2 Millionen Euro rechnen. Da ist fast doppelt so viel wie die ursprünglich angesetzten 660000 Euro.

Betroffenheit daher allenthalben in der Runde der Ratsmitglieder, selbst nachdem man im Rathaus versucht hatte, durch Einsparungen eine günstigere Lösung zu ermöglichen. Sollte man auf die ursprünglich geplante vierte Kindergartengruppe vorerst verzichten und einen Anbau erst in einigen Jahren vollziehen? Trotz aller finanziellen Engpässe sagte der Stadtrat - und zwar einstimmig - Nein zu diesem Vorschlag der Verwaltung. Lieber zurrte das Gremium auf Vorschlag von CSU-Stadtrat Stefan Hollfelder eine Kostenobergrenze bei 3,8 Millionen Euro fest.

Im Beisein von Stadtpfarrer Anton Siegel, dessen Kirchenstiftung Bauherr des Wiederaufbau-Projekts an der Missener Straße ist, suchte das Kommunalparlament nach einem Ausweg aus dem Dilemma.

Im Rathaus war sogar erwogen worden, sich von dem Architekten-Team zu trennen, das zwar einen Architektenwettbewerb in dieser Angelegenheit gewonnen hatte, dem aber bei der Kostenberechnung offensichtlich einige Fehler unterlaufen sind. Davon ist der Stadtrat abgekommen.

Allerdings hat man zusammen mit dem Planer nach einem Ausweg gesucht, wobei durch eine Konzept-Optimierung schon 200000 Euro weggebracht werden können, wie es hieß. Eine weitere Einsparung wäre der gegenwärtige Verzicht auf eine vierte Gruppe, die nach dem überarbeiteten und aktuellen Bedarfsplan für die Kindergarten- und Kinderkrippenplätze in späteren Jahren dennoch vonnöten wäre.

«Wirre Zahlen»

Ihren Groll über die momentan befürchtete Kostenexplosion, die zulasten des Partners Stadt Immenstadt gehen würde, wollten vor allem die CSU-Stadträte nicht verhehlen. «Das sind doch wirre Zahlen. Ich verstehe nicht, wie man sich so verschätzen kann», polterte beispielsweise der CSU-Fraktionsvorsitzende Arndt Botzenhardt. Zeitweise kippte die Diskussion ab in den Gedanken, bei der Planung noch einmal ganz von vorne anzufangen. Bürgermeister Schaupp und auch Pfarrer Siegel machten indes klar, dass die Kostensteigerung keineswegs darauf zurückzuführen sei, dass man hier einen Kindergarten der Luxus-Kategorie oder mit goldenen Wasserhähnen bauen wolle. Immerhin soll der ebenerdig geplante Bau ja auch zwei Kinderkrippen-Gruppen aufnehmen.

Vize-Bürgermeister Thomas Wurmbäck (CSU) konnte nicht erkennen, dass ein Verzicht auf eine vierte Kindergartengruppe eine dauerhafte Einsparung bringt, sondern die Kosten nur in die Zukunft verlagert. So schlossen sich alle Räte samt Bürgermeister dieser Erkenntnis an.

 

Die Sonnenschein-Gruppe hat jede Menge Spaß beim Spielen in den großzügigen Räumen des ehemaligen Kinderheims in Bühl. Das «Exil» des Kindergartens St. Nikolaus wird die Knirpse bis zum Neubau des im Jahr 2008 abgebrannten Hauses in der Missener Straße beherbergen.

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