Special Ostern ÜBERSICHT

Hobby
Keplinger aus Immenstadt erklärt, wie aus einem normalen Ei ein Kunstwerk entsteht

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Die Geschichte begann vor etwa 15 Jahren auf dem jährlichen Sudetendeutschen Treffen in München. Dabei zeigten Händler, wie aus einem normalen Ei ein echtes Kunstwerk entsteht. «Ich war sofort begeistert», erzählt Johann Keplinger lächelnd. Damit ihm der Einstieg in das Bemalen von Eiern nicht zu schwer fiel, kaufte er sich gleich an Ort und Stelle ein Einstiegsheftchen für damals zehn Mark.

Seither ist die für die Osterzeit bekannte Tätigkeit eines seiner Hobbys. Heute ist der 66-Jährige schon richtig geübt im Eierverzieren: Seine Sammlung umfasst mittlerweile knapp 100 Stück.

Bevor der Immenstädter mit seinem nächsten Idyll anfängt, muss er sich erst mal ein Ei von einer Ente, einer Gans oder einem Huhn besorgen, zum Beispiel auf einem traditionellen Ostermarkt. Dann wird gemütlich gehandwerkelt. Vor dem Bemalen bläst Keplinger, wie in der Regel bekannt, das Ei aus. Nun beschreibt der Oberallgäuer den Unterschied zwischen dem Eier-Kratzen und dem Perforieren: «Wenn ein Ei gekratzt wird, muss es erst mal rundum mit einer beliebigen Acrylfarbe angemalt werden, dann kann das Motiv mit Bleistift angezeichnet werden.» Auf seinen Eiern sind vor allem Hummelfiguren, aber auch kirchliche Symbole, Tiere oder Blumen abgebildet.

«Ich bin aber nicht kreativ, alle Illustrationen auf meinen Eiern sind abgezeichnet», gibt Keplinger zu, der übrigens auch gerne Akkordeon als weiteres Hobby spielt. Abschließend kratzt er die markierten Bleistiftstellen mit einem Messer aus. Das alles klingt leicht, jedoch liegen zehn bis zwölf Stunden Arbeit hinter ihm, bis so ein Ei fertig ist.

Diamantfräser hilft bei den Einzelheiten

Für Abwechslung sorgten perforierte Eier, erklärt der ehemalige Mitarbeiter des Immenstädter Vermessungsamtes. Die einzelnen Schritte einschließlich der Aufzeichnung des Motivs mit Bleistift seien deckungsgleich zum Kratzen. «Danach verwende ich einen Diamantfräser, um Einzelheiten auszuarbeiten, wie etwa winzige Löcher», beschreibt der 66-Jährige mit funkelnden Augen. Um andere Details hervorzuheben, könne das Ei mit anderen Acrylfarben übermalt werden.

Damit es seinen Glanz für lange Zeit behält, werde die äußere Schicht zum Schluss mehrmals mit handelsüblichem Lack überzogen.

Ein Verkauf seiner Exemplare komme für ihn nicht infrage, betont Keplinger. Das liege auch daran, dass er pro Jahr «nur» zwischen sechs und zehn Eier fertigstellt. Eines der kleinen Kunstwerke an Freunde oder Verwandte zu schenken, mache ihm mehr Freude. «Jeder ist in der Lage, aus einem Ei ein Ausstellungsstück herzustellen - unabhängig vom Alter», findet der begabte Handwerker.

 

Johann Keplinger kratzt und perforiert leidenschaftlich gerne Eier, die er sammelt oder an Freunde verschenkt. Foto: Charly Höpfl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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