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"Keine Naturschutzpolizei": Die Aufgaben der Ranger im Naturpark Nagefluhkette

"Keine Naturschutzpolizei": Die Aufgaben der Ranger im Naturpark Nagefluhkette.
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  • "Keine Naturschutzpolizei": Die Aufgaben der Ranger im Naturpark Nagefluhkette.
  • Foto: Benjamin Liss
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Ranger. Da denkt man zunächst an große Nationalparks in Kanada und in den USA. Aber auch in Deutschland hat sich der Begriff mittlerweile durchgesetzt: Er bezeichnet die Betreuer von Schutzgebieten (früher "Wildhüter") und nutzt das hohe Ansehen, das Ranger in den USA und in Kanada genießen. "Ranger" klingt einfach treffender als "Schutzgebietsbetreuer" und wird den vielseitigen Aufgaben auch besser gerecht.

Am Naturpark Nagelfluhkette sind insgesamt vier Rangerinnen und Ranger angestellt. Eine von ihnen ist die 27-jährige Theresa Hilber. Für die Ranger gibt es im Naturpark viele Aufgaben zu erledigen, sagt Hilber im Interview mit all-in.de. So gehört neben der Besucherlenkung auch Bildungsarbeit zu ihrem Aufgabenbereich. Der Naturpark Nagelfluhkette hat insgesamt acht sogenannter Naturpark-Schulen."Da gehen wir mit den Kindern in der Nähe ihrer Schule raus und erforschen mit ihnen gemeinsam die Lebensräume", so Hilber. Außerdem bietet der Naturpark auch Führungen für Einheimische und Touristen an.

Seit diesem Jahr sind die Ranger zudem auch verstärkt im Monitoring tätig, meint Hilber. Die Ranger erfassen die Gebiete, in denen es sensible Pflanzen und Tierarten gibt. "Das können wir dann wieder in unsere Besucherlenkung einbauen, damit diese immer aktuell ist und gezielt gelenkt werden kann", so die 27-Jährige.

"Keine Naturschutzpolizei"

"Wir versuchen für alles, um eine kooperative Lösung zu finden, in der alle Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt werden", sagt Hilber. Die Naturpark-Ranger seien keine "Naturschutzpolizei." So versuchen die Ranger etwa, möglichst attraktive Angebote für Freizeitsportler zu schaffen. Gleichzeitig sollen aber auch Gebiete mit sensiblen Pflanzen- und Tierarten, oder von Grund auf sensible Lebensräume wie Moore, geschützt werden. Denn das sei ja auch die Motivation der Besucherlenkung, meint Hilber. Man versuche eine gute Gesamtlösung für den Naturschutz, die Landbewirtschafter und die Freizeitsportler zu finden.

Aus diesen Gebieten bitte draußen bleiben

Vor allem von Wald-Wild-Schongebieten sollte man sich im Winter fernhalten, meint Hilber. Dort habe man unter anderem Rückzugsgebiete von Reh- und Rotwild, aber auch Bestände von Auer- und Birkwild. Gerade im Winter seien die Tiere sehr störungsempfindlich: "Daher sollte man sich da raus halten."

Archivbild. Wald-Wild-Schongebiet.
  • Archivbild. Wald-Wild-Schongebiet.
  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Bei Brut- und Aufzuchtsgebieten der Birkhühner im Sommer "ist es wirklich wichtig, dass man dort draußen bleibt", betont die 27-Jährige. Damit Leute diese Gebiete nicht begehen, versuchen die Ranger während der Brutzeit vor Ort zu sein und mit Schildern aufzuklären. Die Küken der Hühner sind sehr wetteranfällig. Kommen dann noch wiederholt Störungen hinzu, "ist das Überleben der Tierart gefährdet."

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