Kabarett
Kabarettistin Rena Schwarz in der Sonthofer Kultur-Werkstatt

Sie ist selber Single, auch wenn sie das Wort anders schreibt, und sie wird das erste Mal im Oberallgäu auftreten: die Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Rena Schwarz aus Aschaffenburg. In der Kultur-Werkstatt in Sonthofen präsentiert sie ihr neues Kabarettprogramm 'Jung? Attraktiv und übrig!' Wobei, das betont sie im Gespräch mit Veronika Krull, die Ausführungen durchaus für Paare gedacht sind. Denn Rena Schwarz, der Ü-30-Generation zugehörig, spürt mit spitzer Zunge den Beziehungen nach, zwischen Kind und Karriere, 'Singel' und Paar, Original- und Patchworkfamilie.

Heute gibt es viele Formen der Beziehung. Ist der Traumpartner da noch aktuell?

Rena Schwarz: Ich denke, bei vielen Menschen gibt es immer noch so ein feststehendes Bild im Kopf von einem Traumpartner, ob Prinz oder Prinzessin. Dass sich ein Mensch im Laufe des Lebens weiterentwickelt, wollen viele nicht wahrhaben. Jeder geht seinen Weg, die Menschen sind immer weniger kompromissbereit. Und dann ist eine Beziehung nach zehn bis 15 Jahren kaputt. Es gibt ja ganz wenige Beziehungen in der Generation der 60/70er Jahre, die also zwischen 30 und 50 sind, in der die Partner ein Team bilden, die um des Menschen willen zusammenbleiben, und nicht der Kinder wegen oder wegen des Hauses.

Ist Ihr Programm auch für Männer interessant?

Schwarz: Natürlich. Ich verrate ja auch Sachen aus dem Nähkästchen, wie Männer mit uns umgehen können. Ich hacke da nicht auf Männern rum. Dass ich nur Singels anspreche – nein, um Gottes Willen. Wobei ich manchmal denke, das Singeldasein ist in einem bestimmten Alter defizitär. Wenn ich mir aber Paare in meinem Umfeld anschaue, bin ich froh, dass ich doch Singel bin. Aber natürlich soll jeder Beziehungen erleben, und jeder Kummer, den eine kaputte Beziehung verursacht, bringt einen auch weiter. Ich mache das nicht mit erhobenem Zeigefinger. Ich mache mich auch nicht über andere lustig, nur über mich selber.

Sie arbeiten als Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin. In welcher Sparte können Sie sich am besten verwirklichen?

Schwarz: Immer diese Schubladen! Jennifer Lopez singt, spielt und tanzt. Ich sehe mich als komödiantische Schauspielerin, ich mache auch Moderation, und auf Galas singe ich sehr viel. Das ist der American Style, die Amerikaner gehen damit lässiger um. Es ist aber so, dass es für uns Frauen auf der Bühne schwieriger ist als für Männer. Es gibt eine Kulturreferentin in einer Stadt in Niedersachsen, die sagt: Wir nehmen keine Frauen, die sind nicht lustig, wir nehmen lieber junge knackige Männer. Sie können als Frau auch nicht das Gleiche sagen wie ein Mann. Wenn ich mal richtig schwarzen Humor zeige, dann heißt es, das ist daneben. Bei einem Georg Schramm sagt man: tolle Sache. Aber langsam ändert sich das.

Sie schreiben konsequent das Wort 'Single' nach der deutschen Aussprache 'Singel'. Warum?

Schwarz: Das ist absichtlich. Weil wir das eben auch so aussprechen. Mein Grafiker kam auf die Idee. Das ist witzig, es ist ein Hingucker. Und die Leute sprechen mich an: Da hast du einen Tippfehler.

Sie treten erstmals in Sonthofen auf. Wie kam der Kontakt zustande?

Schwarz: Ich habe von meiner Kollegin Monika Blankenberg den Kontakt zu Monika Bestle (Leiterin der Kultur-Werkstatt – Anmerkung der Redaktion) bekommen und meine Sachen hingeschickt. Das erste Mal in einer Region: Ich gehe immer komplett ohne Erwartungen in eine Veranstaltung. Humor ist eine Mentalitätssache, und die ist regional total unterschiedlich.

Die Leute im Osten haben einen ganz anderen Hintersinn, in Bonn wollen die immer gleich mit auf die Bühne. In Franken lachen sie lieber hinter vorgehaltener Hand. Ich bin einfach nur gespannt auf die Gegend.

Treten Sie lieber in kleinen Häusern wie der Kulturwerkstatt auf oder bevorzugen Sie den Saal?

Schwarz: Das ist völlig egal. Man ist ja immer nur so gut wie sein Publikum. Und wenn das Publikum keinen Bock hat, dann kann man sich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln, dann passiert nix. In meinen Programmen improvisiere ich sehr viel, versuche immer, eine Wohnzimmer-Atmosphäre zu schaffen. Um dem Publikum das Gefühl zu geben, es ist eine nette Unterhaltung. Die Leute sollen sich angesprochen fühlen. Ich frage aber in den Raum hinein, und im Schutz der Dunkelheit können die was sagen oder nicht.

Gastspiel: Rena Schwarz präsentiert ihr Programm 'Jung? Attraktiv und übrig!' am Samstag, 21. Januar, um 20 Uhr in der Kultur-Werkstatt Sonthofen. Karten unter Telefon 08321/2492.

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