Frühjahrskonzert
Jugendkapellen von Sonthofen und Fischen präsentieren als großes Orchester anspruchsvolles Programm

Welch vorzügliche Leistungen bei einem Gemeinschaftskonzert zweier großer Jugendorchester nach harter Probenarbeit entstehen können, haben die Jugendblaskapelle Sonthofen und die Jugendkapelle Fischen anlässlich ihres Frühjahrskonzerts im Sonthofer Haus Oberallgäu eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Seit Februar wurde zweimal pro Woche abwechselnd in den beiden Orten intensiv geprobt und zudem ein Probenwochenende in Balderschwang arrangiert. Dabei seien echte Freundschaften unter den insgesamt 80 Musikern entstanden, wie die Moderatorin des Abends, Flötistin Franziska Schilf, berichtete.

Dirigent Maximilian Jannetti hatte für dieses 'Musizieren über Gemeindegrenzen hinaus' die Stücke vorgegeben und dabei auch reichlich gehobene Schwierigkeitsstufen eingebaut. 'Die Jungen sollen sich schließlich weiterentwickeln und etwas dazulernen', meinte er nach dem Konzert, um im gleichen Atemzug fortzufahren: 'Und das haben sie prima gemacht.'

Die Bühne im Saal reichte bei einem solch vielköpfigen Orchester natürlich bei Weitem nicht aus, weshalb ein Vorbau installiert worden war, auf dem die Musiker allerdings reichlich im Dunkeln saßen – die hausinterne Lichttechnik war nur für die Hauptbühne vorgesehen. Ein optisches Manko für das Publikum, aber nicht für die Musiker, die sich mittels Pultleuchten ihre Notenblätter erhellten.

Nachdem zunächst das 25-köpfige Kinderorchester der Jugendblaskapelle mit vier erfrischend kurzen Stücken das Publikum erfreute und seinen schon beachtlichen Leistungsstand aufzeigen durfte – manche sind hier erst seit einem halben Jahr dabei –, legte das große Ensemble mit dem festlichen 'Chantueri' von Lorenzo Pusceddu und dem 'Havendance' des amerikanischen Komponisten David Holsinger gleich auf hohem Niveau los.

Letzteres erforderte wahrlich ein schnelles Mitdenken der Musiker durch rasche Taktwechsel, wobei auch das Publikum gefordert schien. Beim hochsensiblen Thema zum Kinofilm 'Schindlers Liste' durfte Geigerin Katharina Althaus als Solistin glänzen. Auch mit der vierteiligen Filmmusik von Elton John zum 'König der Löwen' wurde in die Welt des Kinos eingetaucht. Spannend gestaltete sich eine Komposition des zeitgenössischen englischen Komponisten Derek Bourgeois. Seine kleine 'Serenade', ursprünglich ein Orgelstück, beschreibt den Auszug einer Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche. Als besonderer Reiz gelten bei diesem Stück die komplizierten Taktarten, vom Orchester bestens gemeistert.

Nach dem Boccaccio-Marsch aus Franz von Suppés gleichnamiger Operette wagte sich Jannetti mit seinen Schützlingen an äußerst anspruchsvolle Musikliteratur: Die ebenso monumentale wie rasante Tondichtung 'At the Break of Gondwana' von Benjamin Yeo, dessen Komposition mit dem geballten Potenzial von Klangbildern das Auseinanderbrechen des Urkontinents Gondwana, bei dem auch die Alpen entstanden sind, in sehr mitreißender Weise nachzeichnet.

Schließlich durfte nach kubanischem Bigband-Sound auch noch die volkstümliche Sparte zu ihrem Recht kommen. Ein bemerkenswertes Konzert mit reichlich Lob für die jungen Musiker und für den unaufhörlich junge Talente fördernden Maximilian Jannetti.

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