Wild
Jagdbeirat legt Abschussplan fest

Der Jagdbeirat hat die Abschussplanung für das Jagdjahr 2011/2012 festgelegt, das am 1. Mai beginnt. Das sei heuer «mit großem Einvernehmen» geschehen, sagte Landrat Gebhard Kaiser. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In der Vergangenheit hatte es häufig heftige Diskussionen um die Zielvorgaben für die Jäger und die Erfüllung des Abschuss-Solls in den einzelnen Revieren gegeben. «Wir befinden uns mit Forst, Grundeigentümern und Jägern in einem Spannungsfeld», so der Landrat. Der Jagdbeirat, der beim Landratsamt als Unterer Jagdbehörde gebildet wird, legt die Abschussquoten fest. Beteiligt sind alle Interessengruppen: Land- und Forstwirtschaft, Jagdgenossenschaften, Jäger, Natur- und Waldschutz sowie das Landratsamt.

Damit die Festlegung der Abschusszahlen auch in Zukunft so harmonisch bleibt, wurde der festgelegten Quote heuer teilweise eine wissenschaftliche Untersuchung zugrunde gelegt. Professor Wolf Schröder von der Technischen Universität München hatte im Rahmen des «Schalenwildprojekts Oberallgäu» den Hegering Rohrmoos untersucht (wir berichteten). Der Wissenschaftler hat an der jetzt entwickelten Abschussplanung mitgearbeitet und analysiert, wieso es in bestimmten Revieren Schwierigkeiten mit der Abschusserfüllung gibt. «Beim Rotwild ist die Situation noch schwierig, aber wir sind auf dem richtigen Weg», sagt Schröder. Die Untersuchung soll auf die Oberstdorfer Reviere ausgedehnt werden. Hier blieben - ebenso wie im Rohrmoos - die Abschüsse hinter den Vorgaben zurück.

«So kann es gelingen die Diskussion von einer emotionalen auf eine sachliche Ebene zu heben,» erhofft sich Ralph Eichbauer, Abteilungsleiter beim Landratsamt, von der Unterstützung des Wissenschaftlers eine höhere Akzeptanz der Abschussplanung. «Ich glaube, dass wir zu nachhaltigeren Ergebnissen kommen, wenn die Leute davon überzeugt sind, was sie tun.»

Zufrieden zeigte sich Eichbauer mit den Abschüssen beim Rehwild im nördlichen Landkreis. «Das ist eine beachtliche Steigerung der Abschüsse.»

«Erreichbare Zahl» als Vorgabe

Auch in der Hochwildhegegemeinschaft Sonthofen sind 122 Prozent der Quote erreicht. «Rehwild spielt in der Hochwildhegegemeinschaft eine große Rolle», sagt Eichbauer. Die Rehe müssten scharf geschossen werden, damit der verhältnismäßig hohe Rotwildbestand geduldet werden könne. Zudem seien Reh- und Gemswild die Hauptverbeißer. Beim Rotwild wurde die Abschussquote in Abstimmung mit Professor Schröder gesenkt. Auch in anderen Revieren wurden die Quoten herabgesetzt, um die Situation zu entspannen, erklärt Eichbauer. Man habe eine «erreichbare Zahl» als Vorgabe ausgegeben.

Diese müssen aber auch erreicht werden, betont Landrat Kaiser. «Der festgelegte Soll muss zu 100 Prozent erfüllt werden», forderte Landrat Gebhard Kaiser. «Wenn das nicht erreicht wird, gibt es Zwangsmaßnahmen.»

 

Bei der Hegeschau präsentieren die Jäger die Trophäen des zurückliegenden Jagdjahres. Wie viele Tiere in den einzelnen Revieren erlegt werden müssen, legt der Jagdbeirat fest. Beteiligt sind Land- und Forstwirtschaft, Jagdgenossenschaften, Jäger, Natur- und Waldschutz und das Landratsamt.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen