Jubiläum
Immenstädter Frauenbund feiert 100-Jähriges

100 Jahre Katholischer Frauenbund Immenstadt – das sind 100 Jahre, in denen sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft entscheidend gewandelt hat. Hundert Jahre also, die zwangsläufig auch die Arbeit des Frauenbundes verändert haben. Eine Grundidee jedoch beflügelt die Frauen heute genauso wie ihre mutigen Vorreiterinnen von anno 1911: Nicht Stricken und Beten, sondern das Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen von Bildung bis Mission, sagen die Frauen. 'Ja, uns gibt es noch und entgegen landläufiger Meinung kann man bei uns auch mitmachen, wenn man noch nicht jenseits der 50 ist', meinen Mechthild Langauf, Petra Christiansen-Lammel und Andrea Basler schmunzelnd.

Die drei Mitstreiterinnen setzen sich gegen Klischees zur Wehr, obwohl sie durchaus zugeben, dass sie wie jeder karitativ tätige Verein Nachwuchssorgen haben. 'Wir sind kein Kreis älterer Damen, die nur Kaffee kochen und Kuchen backen, sondern haben einen politischen Anspruch und sind mit unseren Themen auf der Höhe der Zeit', räumt Andrea Basler mit falschem Image auf.

Wie Petra Christiansen-Lammel gehört sie heute zur Gruppe 'Junge Frauen', nachdem sie Ende der 1990er-Jahre über die Mutter-Kind-Gruppe zum Frauenbund gestoßen war.

Im Verein werde jede nach ihren Fähigkeiten und Gusto eingespannt, und während die eine Frau sich gern mit der breiten Palette an Bildungsangeboten auseinandersetzt, zeigt die zweite lieber ihr Organisationstalent bei der Ausrichtung des großen Missionsbasars, und die dritte steuert eben gern eine leckere Torte für die Cafeteria bei.

Die Aufgaben für den Frauenbund hätten sich in den hundert Jahren seines Bestehens doch sehr gewandelt, meint das Trio aus dem Vorstand. Damals habe es noch keine Emanzipation gegeben, und die Frauen besaßen nicht einmal das Wahlrecht. Der Frauenbund hatte ein dementsprechend weites Feld zu beackern.

Heute seien viele Dinge, um die Frauen einst ringen mussten, selbstverständlich. Für Bildungsthemen bekomme man entsprechend des Bedarfs vor Ort mit der Zeit ein Gespür, versichern sie. In Immenstadt gewinnen sie mit ihren Referenten zu juristischen, medizinischen und ernährungswissenschaftlichen Themen interessierte Zuhörerinnen.

Durch den regen Austausch, das Wissen aus den verschiedensten Berufen, das die Frauen einbringen und eigene Erfahrungswerte sei der Frauenbund bei der Besetzung aktueller Themen immer auf dem Laufenden, ja manchmal sogar der Zeit voraus, meint Mechthild Langauf stolz. So war es der Frauenbund, der Anfang der 60er Jahre Deutschkurse für Gastarbeiter anbot. Auch die Hausaufgabenbetreuung, heute offiziell in die Mittagsbetreuung der Schulen eingebunden, hat als Hilfe für Ausländerkinder ihre Wurzeln im Frauenbund.

Der beliebte Seniorennachmittag, inzwischen von der Stadt veranstaltet, begann als Altennachmittag in den Räumen des Frauenbundes.

Derzeit beschäftigen sie sich mit dem Thema 'Demenz'. Ein Informations-Abend mit dem Film 'Der Tag, der in der Handtasche verschwand' soll am 2. November in die Problematik einführen. Petra Christiansen-Lammel kann sich gut vorstellen, dass aus dieser Aktion ein Helferkreis entsteht, der Angehörigen Demenzkranker zumindest von Zeit zu Zeit Entlastung und Auszeiten verschaffen kann.

Gelassen in die Zukunft

'Themen für die nächsten 100 Jahre gibt es genug', ist Vorsitzende Mechthild Langauf überzeugt. Auch wenn es in der Gesellschaft immer schwieriger werde, den Sinn von Vereinen ohne unmittelbaren Eigennutz zu vermitteln, ist es ihr um den Frauenbund nicht bang. 'Die Frage nach dem Sinn unseres Vereins hat es schon gegeben, als ich vor 25 Jahren eingetreten bin', meint sie gelassen, 'und es gibt uns immer noch.'

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