Natur
Imkern ist ihr Hobby: Monika Theuring (56) hat in Immenstadt den schönsten Bienenstand im Allgäu

Wir treffen Monika Theuring am Fuße des Kalvarienbergs in Immenstadt. Oben angekommen, wissen wir, warum sie selbst vom schönsten Bienenstand im Allgäu spricht. Auf der großen Wiese haben wir eine fantastische Aussicht auf die Alpen und auf Immenstadt. Die Vögel zwitschern und um uns herum summt und brummt es. Der Duft von Honig und Wachs erfüllt die Luft.

Hier leben fünf Bienenvölker von Hobby-Imkerin Monika Theuring. Diesen Platz hat die 56-Jährige sich ganz bewusst ausgesucht. "Ich hab ja hier Naturwiesen, wo nicht gedüngt wird, wo dann im kleinen Rahmen Alpwirtschaft ist. Ich hab den Wald sehr nah, das heißt alle Waldpflanzen, Waldrandpflanzen und Sträucher sind da. Und ich hab die Stadt sehr nah mit den Gärten."

Um ihre Bienen auf der Stadtalpe von Immenstadt abstellen zu dürfen, hat sie sich erst die Erlaubnis vom Stadtförster geholt. Der war ganz begeistert von der Idee, weil es dort eine Anlage mit alten Apfelsorten gibt. Dann musste noch der Pächter zustimmen, weil von Mai bis Oktober Jungvieh oben auf der Weide steht. Und der war auch einverstanden.

Die Varoa-Milbe – ein gefährlicher Parasit

Monika Theuring ist nicht die einzige, die gerne oben auf dem Berg ist. Auch ihre Bienen genießen die tolle Lage. Dort gibt es ein abwechslungsreiches Angebot an Pollen, also Nahrung für die Bienen. Es ist nämlich wichtig, dass die schwarz-gelb gestreiften Arbeiterinnen ordentlich gestärkt werden, denn nur ein gut versorgtes Bienenvolk hat eine Chance gegen Krankheitserreger und Parasiten.

Ein für Bienen gefährlicher Parasit ist zum Beispiel die Varoa-Milbe. Die Milbe saugt ähnlich wie eine Zecke Blut und überträgt dadurch Viren, die die Bienen schwächen. Deswegen sollte der Imker für ein ausreichendes und abwechslungsreiches Nahrungsangebot für die Tiere sorgen. Außerdem muss der Imker regelmäßig kontrollieren, wie sehr die Milbe seine Bienen schwächt. In manchen Imker-Vereinen im Allgäu sind schon 30 bis 40 Prozent des Bestands gestorben. In anderen Vereinen ist die Zahl jedoch geringer.

Das Bienensterben wäre nicht nur ein Problem für die Menschen. Denn wenn die Bienen die Wildfrüchte nicht bestäuben, haben die Vögel und Kleintiere keine Nahrung. Wenn diese dann auch sterben, haben die Tiere, die in der Nahrungskette weiter oben stehen auch kein Futter mehr und sterben aus. So zieht sich das Problem dann immer weiter. "Also die Bienen sorgen schon dafür, dass die Diversität überhaupt in der Umgebung erhöht wird. Und das sieht man normalerweise gar nicht, wenn man nur an seinen Apfel oder an seine Birne denkt", erklärt Monika Theuring.

Imkern ist ihr Hobby

Der Reiz am Imkern ist für Monika Theuring der enge Kontakt mit der Natur und mit den Bienen. "Mit dem Imkern leb ich viel intensiver mit dem Jahreskreislauf." Sie war nämlich schon immer sehr naturverbunden und wollte, dass es in ihrem eigenen Garten schön summt und brummt. "Ich hab immer den Garten so angelegt, dass ganz viele Bienen und Wildbienen da drin waren", erzählt sie. Als die 56-Jährige dann 2008 ein Angebot für einen Imkerkurs für Frauen entdeckt hat, dachte sie sich "jetzt oder nie". Und so nahm alles seinen Lauf. Inzwischen ist sie sogar die Vorsitzende des Kreisverbands Imker Oberallgäu.

Hauptberuflich ist die Hobby-Imkerin für Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung im Hospizverein zuständig. "Im Nebenberuf von ganzem Herzen Imkerin", wie sie selbst sagt.

Von ihrer Leidenschaft leben, kann Monika Theuring nämlich nicht. Dafür bräuchte sie mindestens 150 Völker, entsprechende Gerätschaften und Lagerräume. "Für mich so in meinem Alter sag ich "Nö", den Ehrgeiz hab ich nicht mehr," erklärt sie. Ihre Meinung würde sie allerdings ändern, wenn ihre Tochter die Idee hätte, zusammen einen Familienbetrieb aufzumachen. "Ich hab jetzt Erfahrung, weiß worauf ich mich einlasse und dann würd ich sagen, dass da eine Zukunft ist." Bis jetzt bleibt das Imkern für Monika Theuring aber noch ein Hobby.

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