Landschaftsbild
Hotel-Neubau: Aus Aushub soll ein neues Moor entstehen

Die Landschaft am Oberjoch wird sich verändern. Auf Höhe des Wiedhaglifts entsteht nahe der Landesgrenze nördlich der B308 ein neues Moorgebiet. Grund dafür ist unter anderem der Neubau eines Hotels in Oberjoch.

Vor dem Bauausschuss erläuterte jetzt Michael Borth, Ingenieur für Umweltplanung aus Sonthofen, wie die Erdmassen, die beim Aushub entstehen, in bestehendes Gelände integriert werden können.

Beim Hotelbau werden etwa 35000 Kubikmeter Erdreich ausgehoben: Fels, Gletscherschuttkies, Lehm und Torf. «Ein Mordshaufen», kommentierte Borth: Rund 3100 Lkw-Fahrten seien notwendig, um das Material zu transportieren. Schwierig sei es gewesen, eine Fläche zu finden, um den Erdberg ablagern zu können. Denn das Gelände sollte nicht zu nah am Ort, aber auch nicht zu weit entfernt liegen. Der Bereich müsse gut zu erreichen und dürfe kein Biotop sein.

An der nun favorisierten Stelle passe der «Schüttkörper» sehr gut hinein, meinte der Experte. Denn das von der Straße abfallende Gelände sei dort «sehr bewegt», eine Geländemodellierung sei «kein großer Fremdkörper». Nach der Ablagerung werde der Bereich auf einem Plateau mit einer etwa zwei Meter dicken Torfschicht bedeckt, die auf einer Lehmwanne ruhe, die wiederum seitwärts von Fels eingefasst werde. Die Torffläche könne sich dann zu einem Moor weiterentwickeln.

Hubert Geißler von der Wählergemeinschaft Oberjoch zeigte sich nicht begeistert: Der schönste Fleck von Oberjoch werde «zugeschüttet». Bürgermeister Adalbert Martin machte aber deutlich, dass andere Flächen nicht in Frage kommen: Allein schon deshalb, weil die Grundstücke nicht frei seien. Und diese Mengen Aushub am Ende die Jochpassstraße hinunterzufahren, sei eine erhebliche Verkehrsbelastung - abgesehen von den Störungen auf der Passstraße selbst.

Martin betonte, dass die Fläche nur mit dem Aushub vom Hotelbau, dem neuen Feuerwehrhaus und der zentralen Umsteigestelle des ÖPNV in Oberjoch bestückt werden dürfe. Durch die fachkundige Betreuung durch Borth und die Untere Naturschutzbehörde bestehe die Möglichkeit, die Ablagerungsfläche deutlich aufzuwerten. Abgewickelt werde alles in einem ordentliche Plangenehmigungsverfahren mit Behördenbeteiligung. Der Bauausschuss billigte das Vorgehen.

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