Kabarett
Halb Italiener, halb Schwabe: Roberto Capitoni in Sonthofen

Italiener weinen nicht. Außer vielleicht, wenn die pubertäre Tochter ihren ersten Freund präsentiert und sich anschließend mit ihm auf ihr Zimmer zurückzieht. Oder bei verlorenen Fußballspielen. Die Gäste von Roberto Capitonis Programm in der Sonthofer Kultur-Werkstatt weinten indes eher vor Lachen.

Zwei Herzen schlagen in seiner Brust, denn Capitoni ist halb Italiener, halb Schwabe. Und so schwankt der smarte Bühnenprofi stets zwischen schnellem Sportwagen und sparsamer Fahrgemeinschaft. Nur in Liebesdingen steht eindeutig fest: Von der Hüfte abwärts ist Capitoni waschechter Südländer, und als solcher hat er immer ausgefallenen Sex – 'gestern ausgefallen, vorgestern ausgefallen, '

Der 50-Jährige hat ein besonderes Verhältnis zu seinem Vaterland. Einerseits klingt die italienische Nationalhymne für ihn nach einer 'Vespa beim Berghochfahren', andererseits ist er stolz, dass selbst Jesus ein Italiener gewesen sei – oder wer sonst lebe noch mit 30 bei Mama?

Die zweite Sprache der Italiener, die Gestik, beherrscht Capitoni jedenfalls perfekt. Seine Hände sind stets in Bewegung, während er mit großer Leidenschaft über die Bühne wirbelt und rekordverdächtige Lustigkeitsgrade erreicht. Spendabel und voller Elan gibt er schließlich eine letzte Zugabe, doch dann sagt er zu sich selbst: 'Eigentlich musch jetzt nachlöse!' Halb Italiener, halb Schwabe eben.

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