Flächenmanagement
Gewerbegebiete gemeinsam vermarkten

Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen - dafür geht die Region Alpsee-Grünten neue Wege: Sonthofen, Immenstadt, Blaichach, Burgberg und Rettenberg, bisher vor allem touristisch verbündet, wollen ein gemeinsamer Wirtschaftsraum werden. Die Alpsee-Grünten-Kommunen plant dabei nicht nur eine gemeinsame Wirtschaftsförderung. Gewerbegebiete sollen darüber hinaus in einen Zweckverband eingebracht werden, der die Flächen entwickelt und vermarktet. Kosten und Erträge (wie die Gewerbesteuer) will man sich nach festem Proporz teilen. Die Hauptsache sei, dass die Betriebe in der Region bleiben - «An welchem Ort, ist zweitrangig», erklärte Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl bei einer Präsentation im Haus Oberallgäu.

Der Zweckverband soll dabei keineswegs flächendeckend jedes kleine Gewerbegebiet betreuen. Er soll sich auf ausgewählte große Flächen konzentrieren - beispielsweise die frei werdenden Kasernenflächen in Sonthofen oder Seifen West bei Immenstadt.

Entwickelt wird das Konzept im Rahmen des aus dem «Interreg-Alpenprogramm» geförderten und vom Landkreis unterstützten «Comunis»-Projekts. Seit 2009 arbeiten Sonthofens Wirtschaftsförderer Fritz Weidlich und ein Team unter Führung des Regionalplaners Andreas Raab an der Vision eines gemeinsamen Flächenmanagements. Am Donnerstag trugen sie bei einem Treffen der Ratsmitglieder aller fünf Orte den Stand der Dinge vor und beantworteten Fragen. Wesentliche Punkte:

DieLageheute: Trotz unterschiedlicher Größe und Struktur haben alle fünf Orte ähnliche Probleme: Verfügbare Flächen sind knapp, die Preise hoch. Weil Gemeinden meist angebotsorientiert und «auf Verdacht» Gewerbegebiete ausweisen, sind Aufwand und Risiken hoch. Und auf mancher schönen Fläche bleibt man sitzen.

DasZiel: In einem gemeinsamen Wirtschaftsraum soll Konkurrenz vermieden werden. Durch Arbeitsteilung will man Kosten und Risiken verringern und Ressourcen bündeln - und so ein gesundes regionales Arbeitsplatzangebot sichern.

DieStrategie: Ein effizientes Gewerbeflächenmanagement soll Engpässe und Überangebot vermeiden. Unternehmen - vorwiegend bestehende Betriebe, die erweitern oder umziehen wollen - sollen optimale Rahmenbedingungen und maßgeschneiderte Angebote erhalten.

Bis Ende April müssen nun die Städte und Gemeinden entscheiden, ob sie weiter mitmachen. Sagen alle fünf ja, kann der Zweckverband noch heuer gegründet werden.

Ernüchternd für viele Stadt- und Gemeinderäte im Saal waren zwei Aussagen der Fachleute:

Zum einen verdiene man meist kein Geld mit der Ausweisung von Gewerbeflächen. Oft genug zahle man gehörig drauf. «Gewerbeentwicklung darf man nicht als Sicherung kommunaler Einnahmequellen betrachten, sondern als notwendige Wirtschaftsförderung», sagte Raab: Das koste Geld, sei es aber wert.

Und tatsächlich gebe es im Jahr - bundesweit - nur rund 50 echte Neuansiedlungen im produzierenden Gewerbe. Um diese rangeln sich aber an die 6000 Wirtschaftsförderer, erklärte Fritz Weidlich. Statt auf Neugründungen von auswärts zu hoffen, müsse man sich deshalb vor allem um die Zukunft bestehender heimischer Betriebe kümmern.

 

«Ein ferneres Ziel wäre, das südliche Oberallgäu gemein- sam zu entwickeln.»

Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl

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