Weiterbildung
Gestatten, jüngster Betriebswirt Schwabens

Aufstehen - Schule - Pause - Schule - Lernen - Schlafen. So sah der Tagesablauf von Patrick Rauch aus Hegge heuer von Februar bis Juli aus. «Na gut, ab und zu waren wir auch mal Feiern in Augsburg», gibt der 19-Jährige zu, «aber die meiste Zeit saß jeder auf seinem Zimmer und hat gelernt». Innerhalb von sechs Monaten hat der Allgäuer in der Bezirkshauptstadt seinen Metzgermeister und gleich im Anschluss den Betriebswirt gemacht. Da er zuvor seine Lehre durch seinen Realschulabschluss auf zwei Jahre verkürzen konnte, ist er heute Schwabens jüngster Handwerks-Betriebswirt.

Stolz auf diese Leistung ist nicht nur er selbst, sondern auch Papa Hans-Peter Rauch, zugleich Schwabens Handwerkskammer-Vizepräsident. << Patrick hat jetzt wirklich eine Sonderstellung. Es gibt nur wenige, die diesen Weg gehen und vor allem so schnell >>, sagt er. Der Großteil der Betriebswirts-Schüler sei etwa Mitte 20, manche schaffen es sogar erst mit 30 bis Anfang 40.

Obwohl die Weiterbildungsangebote immer mehr angenommen werden, ist es noch immer nur ein Bruchteil, der bis zum Betriebswirt kommt. << Von rund 4300 Lehrlingen pro Jahr in Schwaben, machen etwa 450 ihren Meister und um die 160 den Betriebswirt >>, zeigt der HWK-Vize auf. Nicht immer liege es jedoch am Ehrgeiz, sondern auch an der Zeit oder dem Verdienstausfall, wenn es zurück auf die Schulbank geht.

Patrick Rauch ist sich sicher, den richtigen Weg gegangen zu sein. << Die Arbeit macht viel Spaß, ich mag es, richtig anzupacken und am Abend ausgelastet zu sein >>, sagt der 19-Jährige. Und mit seiner Weiterbildung hat er gezeigt, dass eine Lehre im Handwerk ganz und gar keine Sackgasse ist. Mit der Meisterprüfung erlangt man sogar automatisch die Fachhochschulreife. << Aber mir reichts jetzt mit lernen, studieren will ich erst einmal nicht >>, sagt der junge Metzger und grinst. Dafür will er mit der Basis, die er mit den sechs Monaten Theorie gelegt hat, jetzt voll in den Betrieb seines Vaters einsteigen.

Der freut sich über einen neuen kompetenten Kollegen, << auch wenn der Bursche jetzt erst mal wieder ordentlich Praxisluft schnuppern muss >>, wie Rauch mit einem Augenzwinkern sagt. Ein potenzieller Ausbilder für die Zukunft sei aber auf jeden Fall gewonnen. Jetzt müssten nur noch genügend Lehrlinge her. << Die Situation wird nicht einfacher. Der Fachkräftemangel schlägt schon jetzt voll durch >>, sagt Hans-Peter Rauch besorgt.

Bleibe nur zu hoffen, dass in Zukunft mehr junge Leute die Handwerksberufe für sich entdecken. Und sehen, dass sie nach der Lehre in keiner Sackgasse stecken, sondern viele Möglichkeiten haben. Auch wenn es vielleicht einige Wochen und Monate heißt: Aufstehen - Schule - Pause - Schule - Lernen

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