Umweltbewusst
"Freilich Unverpackt": Am Freitag eröffnet in Immenstadt der erste Unverpackt-Laden

Am Freitag eröffnet in Immenstadt der erste Unverpackt-Laden.
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Einkaufen ohne Plastikmüll - in gewöhnlichen Supermärkten undenkbar. Gemüse und Obst gibt es oft nur verpackt ebenso wie Milchprodukte und Kosmetika. Stefanie Grömmer, Judith Kensy und Martin Kensy möchten das ändern - zumindest in Immenstadt im Oberallgäu. Dort eröffnen sie am Freitag, 12.April, um 11 Uhr ihren Laden "Freilich Unverpackt". 

Im ersten Unverpackt-Laden in Immenstadt wird man vieles finden, nur keinen unnötigen Plastikmüll. Produkte wie Getreide, Reis, Nudeln und Milchprodukte gibt es dort in großen Behältern zum Abfüllen. "Kunden können sehr gerne ihre eigenen Gefäße mitbringen. Aber auch vor Ort gibt es Säckchen oder Gläser, mit denen die Lebensmittel transportiert werden können", erklärt Stefanie Grömmer. 

Das leere Gefäß wird zuerst gewogen, dann wird es mit dem Einkauf gefüllt und anschließend wieder gewogen. Damit der Kunde nur die abgefüllte Menge bezahlt, wird schließlich das Gewicht des leeren Behälters vom Gesamtgewicht abgezogen. So funktioniert der Einkauf im Unverpackt-Laden. 

In dem Laden in der Rothenfelsstr. 6  wird es hauptsächlich Getreide und Trockenfrüchte, Müsli, Nudeln und Reis zu kaufen geben. Außerdem steht den Kunden eine Auswahl an Kosmetika und Putzmitteln zur Verfügung. Regionale Milchprodukte sowie eine kleine saisonale Auswahl an Obst und Gemüse dürfen natürlich auch nicht fehlen. 

"Uns ist es wichtig, dass die Produkte ökologisch und regional erzeugt werden." Das sei aber leider nicht bei allen Produkten möglich, wie beispielsweise bei Kaffee oder Schokolade, bedauert Stefanie Grömmer. Das Team von "Freilich Unverpackt" kauft aber nur Produkte, bei denen es die Ursprünge nachvollziehen kann und Fairness und gute Bezahlung gewährleistet werden. 

Im Laden ist kein Müll zu sehen, aber wie sieht es hinter den Kulissen aus? "Wir achten darauf, dass die Sachen in Karton oder Papier verpackt kommen." Getreide wird beispielsweise in 25 Kilo schweren Papiersäcken angeliefert. Laut Grömmer spielen sich Großhändler immer mehr ein und versuchen auf ökologische Verpackungen umzustellen. Manche Waren werden zum Beispiel in Edelstahlbehältern angeliefert, auf die es Pfand gibt. "Wir versuchen, unseren Laden hundertprozentig plastikfrei durchzuziehen aber das gelingt leider nicht immer."

Bereits vor der Eröffnung sei die Resonanz riesig: Von positiver und unterstützender Rückmeldung bis hin zu Kritik und Skepsis sei alles dabei. "Die Leute zeigen insgesamt ein großes Interesse an dem Laden und das freut uns", so Grömmer. Damit Stefanie Grömmer, Judith und Martin Kensy den Laden überhaupt ins Leben rufen konnten, haben sie vorab ein Crowdfunding gestartet und darüber 24.000 Euro an Spenden erhalten.

"Ohne die ganze ehrenamtliche Unterstützung von Freunden und Bekannten wäre das Projekt gar nicht umsetzbar gewesen." Bis zur Eröffnung am Freitag steht im "Freilich Unverpackt" noch viel Arbeit an. Man spürt die Anspannung aber auch die Freude, dass es endlich losgeht. Schließlich steckt in dem Unverpackt-Laden viel Herzblut: "Der Laden trägt die Handschrift von vielen Leuten."

Autor:

Camilla Schulz aus Memmingen

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