Jubiläum
Förderverein Waltenhofen hilft Talenten aus finanzschwachen Familien

Das Leben, findet Ulrich Köbl, hat ihn reich beschenkt. Als 16-Jähriger bekam er ein Horn aus dem Fundus eines Kirchenorchesters in die Hand gedrückt.

Das Blasinstrument faszinierte ihn, und das Spielen brachte er sich zunächst selbst bei. Später pflasterten etliche glückliche Zufälle seinen Weg zum erfolgreichen Berufsmusiker und Hornlehrer.

Immer wieder kreuzten dabei junge Nachwuchstalente Köbls Bahn, bei denen die Musikerkarriere aus dem Gleis zu laufen drohte: Ihnen fehlte das Geld fürs Studium und die teuren Instrumente. Um zu helfen, gründete der Junggeselle 1991 in Kempten den bundesweit tätigen "Förderverein Blechbläser-Nachwuchs".

20 Jahre später kann der 62-Jährige auf eine erstaunliche Bilanz blicken: 101 Stipendien hat der Verein, der inzwischen auf 365 Mitglieder angewachsen ist, bis heute vergeben. Dabei wurde die stolze Fördersumme von 350 000 Euro, unter anderem in Form zinsloser Darlehen, für den Blechbläser-Nachwuchs ausgeschüttet. Nicht nur überdurchschnittlich begabten Fortgeschrittenen, auch Anfängern gibt der Verein, dem namhafte Musiker und Pädagogen angehören, eine Chance.

'Vielen Dank für das Stipendium', schrieb etwa der zwölfjährige Leon aus Berlin an den Vorsitzenden, 'das Trompete spielen macht mir sehr viel Spaß.' Leons alleinerziehende Mutter ist als freischaffende Fotografin auf staatliche Unterstützung angewiesen. Ihrem Sohn könnte sie den Musikunterricht aus eigener Tasche nicht bezahlen.

Briefe wie dieser freuen Ulrich Köbl natürlich. Ebenso geht ihm das Herz auf, wenn er von schönen Erfolgen geförderter Kandidaten hört, die etwa Preise bei Wettbewerben errungen oder ein Probenspiel um eine Stelle in einem Orchester gewonnen haben.

Nicht zuletzt stellt der Verein Instrumente aus seinem Fundus bereit, um hoffnungsvollen Nachwuchskräften eine Ausbildung zu ermöglichen. Seit vielen Jahren finanziert Köbl mit seinem ehrenamtlichen Komitee Seminare und Meisterkurse für Blechinstrumente.

'Ich bin ein Glückskind'

Der Vereinschef, der in München studierte, war viele Jahre als Dozent am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg sowie am Richard-Strauss-Konservatorium in München tätig. Lange gehörte er den Münchner Philharmonikern und dem Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks an. Seit 1978 unterrichtet der Wahl-Allgäuer an der Sing- und Musikschule Kempten und seit über 30 Jahren ist Köbl Initiator und Mitarbeiter der 'Süddeutschen Horntage'.

Bis 2007 war er zudem Inhaber eines erfolgreichen Laden- und Versandgeschäftes, das sich auf Noten für Blechbläser spezialisiert hat.

'Alles lief prima', lehnt sich der reiselustige Junggeselle zufrieden zurück, 'ich bin ein Glückskind und freue mich, wenn ich anderen helfen kann, die es nicht so gut getroffen haben.'

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