Amtsgericht
Einmietbetrüger erhält neun Monate auf Bewährung

Einmietbetrüger sind der Albtraum für jeden Gastgeber. Sie beziehen ihr Zimmer, übernachten, essen, trinken und verschwinden dann spurlos, ohne zu bezahlen. Jetzt wurde ein 29-jähriger Einmietbetrüger am Amtsgericht Sonthofen zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er eine Geldbuße von 1000 Euro bezahlen.

Insgesamt fünfmal hatte sich der junge Mann in Gasthöfen in der Region eingemietet, ließ es sich dort gut gehen und machte sich dann aus dem Staub. Zurück blieben unbezahlte Rechnungen im Wert zwischen 200 und 350 Euro.

Auch zu seiner Gerichtsverhandlung war der 29-Jährige nicht erschienen, woraufhin ihn Richter Dr. Alexander Hirschberg von der Polizei abholen ließ. Er habe verschlafen, so der Angeklagte. Die Betrugsfälle gestand der Mann vor Gericht. << Ich habe das Geld zum Trinken gebraucht >>, erklärte er.

Er habe wegen seines Alkoholkonsums die Miete nicht bezahlen können und deswegen seine Wohnung verloren. Als fast 30-Jähriger scheute er jedoch davor zurück, wieder zu seinen Eltern zu ziehen. Deswegen mietete er sich in die betroffenen Übernachtungsbetriebe ein. << Am Schluss war ich froh, dass man mich geschnappt hat >>, erklärte der Angeklagte vor Gericht.

Seit der Zeit der Taten habe er sich jedoch gefangen, wieder einen Job gefunden und seine Freunde hätten ihn wieder auf die richtige Bahn gebracht, sagte der 29-Jährige aus.

Die Glaubwürdigkeit dieser Erklärung schmälerte neben dem versäumten Gerichtstermin auch die Tatsache, dass der Angeklagte zwar angab, die Schulden bei den Gasthäusern begleichen zu wollen, aber noch nichts unternommen hatte.

Das kritisierte der Staatsanwalt scharf: << Sie wollen wieder auf die Beine kommen? Sie stehen aber noch nicht mal auf einem. >> Der Angeklagte gab an, zunächst die Schulden bei seinen Freunden beglichen zu haben. << Das Einzige, was für Sie spricht ist, dass Sie bisher ein ordentliches Leben geführt haben >>, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte war bis zu den Betrugsfällen nicht vorbestraft.

Drei Jahre Bewährungszeit

Mit seinem Urteil folgte der Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs. << Wenn Sie den Schaden beglichen hätten, wäre das zu Ihrem Vorteil gewesen >>, bekräftigte Richter Dr. Alexander Hirschberg.

Er warnte den Angeklagten, sich in der Bewährungszeit von drei Jahren nichts zuschulden kommen zu lassen. << Das sollten Sie sich hinter die Ohren schreiben >>, sagte der Richter. << Sie haben sich hier nicht gerade als die Zuverlässigkeit in Person gezeigt. >> Der Angeklagte nahm das Urteil an.

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