Schloss-Umgestaltung
Ehemaliger Adelssitz für alle Bürger

Die politisch konträren Denkweisen in Immenstadt, wo denn nun die wahre Veranstaltungshalle der Zukunft zu finden ist - wie bisher im Hofgarten oder im ehemaligen Schloss der Adelsgeschlechter Rothenfels und Königsegg - sollten nach dem Willen von Bürgermeister Armin Schaupp in der jüngsten Sitzung des Stadtrats-Bauausschusses keine Rolle spielen.

Nach Schaupps Willen habe es in der Zusammenkunft ausschließlich darum zu gehen, ob die baurechtlichen Bestimmungen dafür erfüllt sind, dass der private Schloss-Investor Peter Seitz das historische Bauwerk am Marienplatz mit Millionenaufwand zu einem «Veranstaltungs- und Erlebnisschloss» umgestalten darf.

Indes traf das Teilgremium keine Entscheidung. Die Thematik wurde wegen der besonderen Bedeutung des geplanten Bauvorhabens für die Stadtentwicklung in die Februar-Sitzung des Gesamt-Stadtrats überwiesen, nachdem CSU-Stadträte dies gefordert hatten.

Besitzer des Schlosses ist der Geschäftsführer des Kemptener Unternehmens «Seitz Investment GmbH & Co KG» und Chef der eigens gegründeten Gesellschaft «Stadtschloss Immenstadt», Peter Seitz. Er legte den Bauausschuss-Mitgliedern in einer ausführlichen Präsentation dar, wie das in seinen ältesten Bestandteilen aus dem 17. Jahrhundert stammende dreiflügelige Bauwerk in der Stadtmitte zu einem gesellschaftlichen Bürger-Treffpunkt werden könnte.

Kernpunkt der angestrebten «großen Lösung» ist der Wiederaufbau des früher abgerissenen Westflügels und die Anlage eines mehr als 900 Sitzplätze umfassenden mit Glas überdachten Innenhofs für Großveranstaltungen.

Auch legte Seitz detailliert dar, wie man eventuellen Lärm vermeiden will und für die Nachbarschaft unproblematisch den Anliefer- und Abfahrverkehr im Stadtzentrum regeln will. Der Investor und auch der Bürgermeister ließen durchblicken, dass der Umgestaltungs-Absicht und dem damit verbundenen Bauantrag keine gravierenden Bedenken des letztendlich für die Genehmigung zuständigen Landratsamts entgegenstünden.

So gut wie nichts erfuhren die Ausschussmitglieder, mit welchen Kosten die Umgestaltung verbunden ist und inwieweit die Stadt als früherer Eigentümer des geschichtsträchtigen Anwesens finanziell beteiligt werden soll.

Die CSU-Räte Paul Hartmann und Stefan Hollfelder gaben mit ihren Einwänden schließlich den Ausschlag dafür, dass sich der Gesamt-Stadtrat demnächst mit der Angelegenheit befassen soll. Hollfelder beanstandete anhand eines Zitats aus der Gemeindeordnung, dass «ein Bauwerk mit dieser dominierenden Bedeutung fürs Stadtbild» im Gesamt-Stadtrat behandelt werden müsse. Aufgrund einer geringen Vorbereitungszeit der Räte zu diesem Beratungspunkt mutmaßte Hartmann, dass «wir hier überfahren werden sollten».

«Lärmverschmutzt»

Die heftigste Kritik am Vorhaben des Kemptener Privat-Investors kam indessen von FW-Vertreter Oliver Gammel.

Er pickte sich vor allem heraus, wie der Bauherr künftig den Lärmschutz und die Fahrzeug-Bedienung des Schlosses praktizieren will, und schenkte den Antworten wenig Glauben. Gammel befürchtet bei Veranstaltungen im Schloss «eine lärmverschmutzte Innenstadt mit verärgerten Anwohnern.» Und was Transporte und Anlieferungen anbetrifft, glaubt der FW-Stadtrat, dass es im Bereich Hirschstraße und Marienplatz nachts «zugehen wird wie am Münchner Stachus».

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