Wintervorträge
Dustin Dehéz rückt in Sonthofen das Afrikabild zurecht

Ein differenziertes Bild des Kontinents Afrika zeichnete Sicherheitsexperte und Afrikakenner Dustin Dehéz bei einem Vortrag im Rahmen der Wintervortragsreihe in der Sonthofer Jägerkaserne. Titel der Veranstaltung: 'Afrika – zwischen Aufbruch und Stillstand'. Nach dem Thema 'Arabischer Frühling' im vergangenen Winter solle nun der Blick auf das Afrika südlich der Sahara gerichtet werden, sagte Oberst Hans-Christian Hettfleisch, Kommandeur der ABC- und Selbstschutzschule.

'Afrika gibt es nicht', stellte Dehéz klar. Die 54 Staaten ergäben kein einheitliches Bild. Man müsse die verschiedenen Regionen betrachten. Laut Dehéz entwickelt sich das südliche und östliche Afrika in den nächsten zehn Jahren positiv; schwierig wird es fürs westliche und zentrale Afrika.

Es gebe ein 'Afrika der zwei Geschwindigkeiten'. Dehéz geht im östlichen und südlichen Afrika von einer Zunahme des Handels mit Asien um 100 bis 200 Prozent und des intraregionalen Handels aus. Weiter verwies er auf die geografische Nähe zu Asien, die ansatzweise Formierung einer Mittelschicht und die verbesserte Regierungsführung.

Allerdings gebe es die latente Gefahr des Staatszerfalls. Zerfalle ein Staat am Rand, sei das typisch für Afrika. Die Gefahr bestehe wegen der Größe dieser Staaten, der vielen Nationen und der fehlenden Fähigkeit zur Überwachung der Grenzen. Und in den meisten Staaten habe sich wegen der beliebigen Grenzziehung in der Kolonialzeit keine nationale Identität entwickelt.

Ansatzpunkte für eine Stärkung der Entwicklung sieht Dehéz im Ausbau der regionalen Organisationen, der Infrastruktur und der Afrikanischen Union. Anzustreben wäre der Aufbau eines Steuersystems. Der Redner kritisierte, dass Entwicklungshilfe 'nicht aus einem Guss' erfolge, sondern über Entwicklungsagenturen und sich der Erfolg der Projekte allein am geregelten Mittelabfluss bemesse.

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