Gesprächsrunde
Diskussion in Bad Hindelang: Energiewende ist bezahlbar

Die wichtigste Antwort gab er gleich im ersten Satz: 'Die Energiewende ist bezahlbar', sagte der Bundestagsabgeordnete Hans Josef Fell beim Informationsabend von Renergie Allgäu im Hindelanger Kurhaus.

Vor knapp 30 Zuhörern stellte der energiepolitische Sprecher der Grünen Ziele und Wege für den Wandel vor. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion bezogen Politiker verschiedener Parteien Position zum Themenkomplex „Erneuerbare Energien und Naturschutz“. 'Machbar und notwendig zugleich' sei die Energiewende, so Hans Josef Fell.

Denn Eurokrise bedeute zugleich Energiekrise, verwies er auf den Zusammenhang der exorbitant steigenden Ölpreise und der Belastung der europäischen Volkswirtschaft. Alle Vorwürfe, die 'Erneuerbaren' seien zu teuer, nicht ausreichend und ständig verfügbar, seien inzwischen vom Tisch.

Das Gegenteil sei Fall, so Fell: Der vor allem mittags eingespeiste Sonnenstrom habe den Börsenpreis nachweislich gesenkt; ein Mix aus Wasser-, Wind-, Sonnen- und Biomassenstrom gewährleiste eine dauerhafte Versorgung und die Erneuerbaren Energien hätten sich zum Jobmotor entwickelt. Bis 2030 müsse die Umstellung erfolgt sein, um die Klimaerwärmung zu stoppen.

Mit Aufforstung Klimagase aus der Atmosphäre filtern

Zeitgleich müsse eine Abkühlung der Erde eingeleitet werden. 'Es reicht nicht, Klimagasemissionen zu reduzieren, sie müssen komplett auf Null abgesenkt werden', fordert der Grünen-Politiker das Ende aller atomaren und fossilen Energieträger.

Außerdem müsse der bereits in die Atmosphäre freigesetzte Kohlenstoff herausgefiltert mittels 'Humusaufbau, Aufforsten und der Umstellung von industrieller auf ausschließlich biologische Landwirtschaft' herausgefiltert werden.

Wenngleich seine Partei in bestimmten Punkten andere Strategien verfolge, um die Energiewende zu erreichen, bekannte sich Stephan Thomae (FDP) in den meisten Punkten mit Fell einer Meinung. Peter Elgaß (SPD) argumentierte regional und widersprach Fells Einschätzung, die Energiewende werde bereits von einem Großteil der Bevölkerung mitgetragen. 'Die Kommunikation zwischen Politik und Bürgern ist mangelhaft.'

Im Bereich der Bioenergie aber sei im Oberallgäu in den letzten Jahren sehr viel erreicht worden, verwies Hugo Wirthensohn (Freie Wähler) auf die großen Hackschnitzel- und Biomasseheizkraftwerke des Landkreises. Er mahnte, das Potenzial nicht weiter einzuschränken, indem Waldflächen als Naturschutzgebiete 'stillgelegt' würden.

Während Grünen-Landtagsabgeordneter Adi Sprinkart dafür plädierte, Windkraftanlagen auch in Landschafts- oder Naturschutzgebieten zu ermöglichen, erhob ein Zuhörer den Vorwurf, bei Wasserkraftanlagen seien es die Grünen selbst, die dieser Energiequelle aus naturschutzrechtlichen Gründen den Riegel vorschieben.

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