Gesundheitsversorgung
Die Luft bleibt für die Kliniken dünn

Heuer 300000 Euro Überschuss, 2011 vermutlich nur 100000 - die Luft bleibt dünn für die Kliniken Oberallgäu. Denn bei über 47 Millionen Euro Umsatz sei das eigentlich eine schwache Rendite, so Geschäftsführer Michael Osberghaus. Bei den Größenordnungen entscheide nicht viel zwischen Überschuss und Defizit. Die medizinische Versorgung in der Fläche - mit Häusern in Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf - sei also nur bei effizienten Prozessen und hohem Kostenbewusstsein wirtschaftlich erfolgreich möglich, folgert Osberghaus.

Da im südlichen Oberallgäu die Mitarbeiter nicht mehr nach einem abgespeckten Sanierungstarif bezahlt werden, ist der Überschuss heuer laut Geschäftsführer dennoch als sehr gut einzuschätzen, müsse aber in den nächsten Jahren hart verteidigt werden. Und das wird im Gesundheitswesen nicht leichter: Trotz gestiegener Kosten gibt es für die Krankenhäuser 2011 eine Nullrunde, erhalten die Kliniken für die gleiche Arbeit faktisch nicht mehr. Steigern lassen sich die Einnahmen bei dem komplizierten Abrechnungssystem mit den Krankenkassen nur, wenn die Kliniken mehr leisten, also mehr und schwerer erkrankte Patienten behandeln.

Das ist 2011 speziell in den Bereichen Kardiologie (Herzmedizin), Proktologie (Erkrankungen des Enddarms) und der allgemeinen Inneren Medizin vorgesehen. Trotz erhoffter Patientenzunahme rechnet Osberghaus allerdings nicht damit, die Behandlungszahlen des Spitzenjahres 2009 zu erreichen.

Der Personalstand soll effektiv um gut sieben Stellen steigen, auch wenn er in der Statistik um 3,5 auf 391 sinkt. Ein Grund: Bisher hatten die Kliniken ihre Zivildienstleistenden als Vollkräfte gerechnet, künftig nicht mehr. Die Personalkosten steigen um 2,75 Prozent auf knapp 24,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind Tarifsteigerungen um rund 400000 Euro.

Wirtschaftlichkeit stehe nicht für blindes Sparen, sondern sei wesentliches Kennzeichen für gute Organisation und Qualität, sagte der gemeinsame Geschäftsführer Andreas Ruland mit Blick auf den Klinikverbund mit Kempten. Die Krankenhäuser im Oberallgäu hätten früher auch strukturelle Defizite gehabt. Mit dem Kampf dagegen habe sich die medizinische Versorgung massiv verbessert. Das Oberallgäu habe sehr gut vorgelebt, wie man Krankenhäuser umstrukturiert und die Bürger vor Ort dennoch zufrieden sind, lobte als Aufsichtsratsvorsitzender der Kemptener OB Dr. Ulrich Netzer. «Das haben andere Landkreise noch vor sich.»

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