Neujahrsempfang
«Der Mensch muss immer im Mittelpunkt stehen»

«Immer der Mensch - und nicht der Profit» - müsse nach der katholischen Soziallehre im Mittelpunkt stehen. Das erklärte Erwin Helmer, Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Leiter der Betriebsseelsorge in Schwaben, beim Neujahrsempfang des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Immenstadt. Diese Forderung stehe im Gegensatz zum Geschehen in Wirtschaft und Politik, sagte Helmer vor zahlreichen Ehrengästen, Betriebs- und Personalräten und Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, die der Vorsitzende des DGB Immenstadt/Sonthofen Andreas Ehrenfriedt im Pfarrheim St. Nikolaus begrüßt hatte.

Helmer betonte, dass die KAB und die katholische Betriebsseelsorge nichts mit den christlichen Gewerkschaften («Die sind weder christlich noch richtige Gewerkschaften», so Helmer) zu tun haben wolle, sondern dass sie den engen Schulterschluss mit den DGB-Gewerkschaften und den Sozialverbänden suchen. Er warb dafür, diese Organisationen stärker zu vernetzen, um die zunehmende Ungerechtigkeit in Deutschland zu bekämpfen. Kunden müssten sich «mehr ihrer Nachfragemacht bewusst sein und diese auch für soziale Arbeitsplätze einsetzen» - beispielsweise bei verschiedenen Handelsketten.

Helmer warb für einen gesetzlichen Mindestlohn und für starke Betriebsräte, denen er «ausdrücklich Mut für ihre Arbeit machen wolle». Alarmierend sei, dass die Spaltung des Landes, trotz des derzeitigen Wachstums «immer mehr zunehme». «Es darf nicht sein, dass bei uns die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden,» so Helmers Credo. Leider setze aber das Sparpaket der Bundesregierung diese Tendenz fort. Zuvor hatte der DGB-Regionsvorsitzende Werner Gloning in einem Grußwort betont, «dass Jubelarien zur arbeitsmarktpolitischen Lage völlig fehl am Platze seien». Zwar sei die Wirtschafts- und Finanzkrise arbeitsmarktpolitisch «Gott sein Dank» besser als erwartet überwunden worden. Und das Allgäu stehe, was die Arbeitslosigkeit anginge, «verglichen mit anderen Regionen relativ gut da».

Aber die Arbeitsmarktstatistik zeige nur die halbe Wahrheit. Leiharbeit, befristete Arbeit und schlecht bezahlte Arbeit greife auch im Allgäu immer mehr um sich. Dies sei eine Verschlechterung des Arbeitsmarktes, die nicht hingenommen werden dürfe.

Gloning versprach, dass der DGB und seine Gewerkschaften im Allgäu auch 2011 alles tun werden, um Ihrem Anspruch «Stimme für Arbeit und soziale Gerechtigkeit in der Region» zu sein, gerecht zu werden. Gloning: «Wenn das manche als Drohung empfinden, ist das deren Problem.»

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