Bergwaldoffensive
Der Chef der Freien Wähler besichtigt das Burgberger Hörnle - «Jetzt auszusteigen wäre tödlich»

Die Finanzierung läuft vorerst noch bis Ende des Jahres - doch die Bergwaldoffensive (BWO) am Burgberger Hörnle muss weitergehen. Darüber sind sich Forst, Jagd und Bürgermeister Dieter Fischer einig. Rückenwind bekommen sie dabei von Hubert Aiwanger: Der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler (FW) begutachtete mit den Vertretern den Wald vor Ort und meinte: «Jetzt aus der BWO auszusteigen wäre tödlich.»

Grundsätzlich seien Siedlungen in Burgberg beispielsweise durch Muren und Lawinen bedroht, die am steilen Berghang abgehen könnten, wie Bürgermeister Fischer erläuterte. Darum sei ein intakter und widerstandsfähiger Schutzwald durch die Fortführung der BWO unabdingbar.

<< Auch wir müssen wissen, wie es weitergeht >>, sagte Klaus Dinser, beim Kemptener Landwirtschaftsamt zuständig für die Bergwaldoffensive, an die Adresse der Bayerischen Staatsregierung. Nicht nur seine Mitarbeiter bräuchten Planungssicherheit, auch << die Waldbesitzer rennen uns schon die Türen ein >>. Ohne die BWO müssten diese nämlich draufzahlen, wie Richard Zeller an einem Rechenbeispiel erklärte. Laut dem Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Burgberg seien das etwa 20 bis 30 Euro pro Festmeter Holz. Die Kosten seien deswegen so hoch, weil nur ein Hubschrauber die Stämme aus dem steilen Gelände ins Tal bringen kann.

<< In diesen Lagen muss der Staat die Bewirtschaftung und Erschließung der Wälder besser unterstützen, sonst funktioniert das Ganze in absehbarer Zeit nicht mehr >>, lautete Aiwangers Fazit.

Management für Lebensraum gefordert

Ein professionelles Lebensraum- und Wildtiermanagement für den bayerischen Alpenraum forderte Jürgen Wälder, Geschäftsführer der Hochwildhegegemeinschaft Sonthofen im Rahmen der Diskussion: << Der Tourismus kann sich im Wald frei entfalten - niemand will ihn wegdiskutieren - aber irgendjemand muss doch klare Spielregeln aufstellen. >> Es gebe noch keine Behörde, die sich gezielt um den Lebensraum der Tiere kümmert, obwohl der immer mehr touristisch genutzt werde. Aiwanger: << Da hat er recht. >>

Nicht abschätzen, wie sich Kandidatur auf Basis auswirkt

Nach der Besichtigung am Donnerstag in Burgberg ging es für den Landeschef der Freien Wähler weiter nach Kempten: Im Haus Hochland versuchte er in einer fast einstündigen Rede, seine Zuhörer von der Notwendigkeit einer Bundestagskandidatur der FW 2013 zu überzeugen. << Wenn wir da nicht dabei sind, werden wir hinten runterfallen. >> Doch der Rückenwind, den Aiwanger von Mitgliedern und Landtagsabgeordneten seiner Gruppierung erhielt, war eher ein laues Lüftchen. Man könne nicht abschätzen, meinte etwa Blaichachs Bürgermeister Otto Steiger, wie sich eine Kandidatur auf die Basis auswirken würde. Er mutmaßte, dass der Drang in die Bundespolitik eher den Gedanken von Leuten entspringe, << die persönlich weiterkommen wollen >>.

Der kommunale Sachverstand sei die Stärke der FW. Diese werde auf bundesweiter Ebene untergehen.

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