Jazz
Dem Renner seine Band serviert in Sonthofen ihre genussvolle Schokolade

Ganz schön provokant können sie sein, die Lieder von Günter Renner und seiner Band aus München. Zum Song 'Espresso Bar' beispielsweise reicht ihm die Wirtin der Sonthofer Kultur-Werkstatt so ein frisch duftendes Tässchen hinauf auf die Bühne. Dann geht’s los: 'Wenn ich mal sterb’, dann in einer italienischen Bar, bei einem Espresso, um zu schaun, wie’s Leben war – ein letzter Schluck, dann ist es gut.'

Und nach zwei genüsslichen Schlückchen aus der Tasse, sowie einem fetzig-jazzigen Gitarrensolo vom Kollegen hinter ihm, sagt Renner augenzwinkernd: 'Den letzten Schluck lass’ ich immer drin auf der Bühne.'

Songs vom süßen Leben sind es, die der Liedermacher mit seinen fünf Instrumentalisten an Akkordeon, Gitarre, Saxofonen, Bass, Schlagzeug und anderem serviert. 'Ich kann dir nicht erklären, wie Schokolade schmeckt', heißt einer davon – eine heiße Samba-Einladung, die süßen Seiten des Lebens zu genießen. 'Nix haut mich heute um', ein anderer, der zur bluesigen Mundharmonika zünftig rockt.

Aber auch eine 'Pleite' wird nicht ausgespart auf dieser Bühne, halt wie im richtigen Leben: Ein Liebeslied ist es, 'das bescheuert startet, doch irgendwie gut ausgeht', sagt Renner. Der Refrain heißt trotzig: 'Ich krieg nicht, was ich brauch'.

Natürlich hat das mit Frauen zu tun, die eben widersprüchlich sind wie 'Ebbe und Flut', ein Blues im stampfenden Chicago-Style, der darauf folgt. 'Mal heiß wie Feuer, mal eisgekühlt' sind sie angeblich, die kapriziösen Exemplare des Schönen Geschlechts.

Vom Blas-Künstler an Querflöte, Tenor- und Baritonsaxofon stammt ein rassiges Latin-Liedchen mit dem Titel 'Mambo Stockings'. Und beim 'Fango-Tango' – dem 'interaktiven Teil des Programms, bei dem bekanntlich immer alle schnell wegschauen', wie Renner launig androht – da wagen doch gleich zwei Publikums-Pärchen ein Tänzchen auf den wenigen freien Quadratmetern der Kultur-Werkstatt.

Schon haben sie damit je eine nagelneue CD mit 'dem Renner seiner Band' gewonnen.

Da ist dann auch das orientalisch anmutende 'Poseidon'-Stück drauf im 5/4-Takt und die 'Sommerjazz'-Samba mit den süffigen Akkorden, die zum 'China-Turm' im Englischen Garten und zur schäumend fließenden Isar passen.

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