Tourismus
Das Ende der Region Alpsee-Grünten?

Die Ferienregion Alpsee-Grünten wird möglicherweise eines ihrer stärksten Zugpferde verlieren. Die Stadt Immenstadt erwägt, aus der GmbH auszusteigen. Deren Geschäftsführerin, die Immenstädter Gästeamtsleiterin Sonja Oberbauer, hat das dem Stadtrat zumindest nahe gelegt. Eine Entscheidung fiel in der Sitzung am Donnerstagabend aber nicht. Vielmehr wurde beschlossen, zu dem Thema noch im März eine Sondersitzung des Rats einzuberufen.

Im Fokus der Diskussion stehen 128000 Euro. So hoch - oder aus Sicht der Touristiker eher niedrig - ist das Marketingbudget der Stadt. Die Frage ist, wie dieses Geld aus Immenstädter Sicht am sinnvollsten eingesetzt werden kann. Wie Oberbauer erklärte, muss die Kommune sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden:

Entweder kann sie weiterhin im Verbund Alpsee-Grünten mit den touristisch vergleichsweise kleinen Partnern Sonthofen, Rettenberg, Blaichach und Burgberg werben. Oder sie kündigt ihre Mitgliedschaft, stellt den Naturpark Nagelfluhkette stärker in den Fokus und arbeitet stärker mit Oberstaufen zusammen.

Beides geht nicht

Mehrere Stadträte forderten, beides zu verbinden: Also weiter Mitglied bei Alpsee-Grünten zu sein und gleichzeitig stärker mit dem Naturpark zu werben. Doch das sei nicht möglich, entgegnete Oberbauer. «Dazu haben wir nicht die finanziellen Mitteln.» Und Bürgermeister Armin Schaupp ließ durchblicken, dass das der mögliche neue große Partner nicht zulassen werde.

Unter dem Dach des Naturparks könnten nach Angaben Oberbauers Oberstaufen und Immenstadt bei der Produktentwicklung und deren Umsetzung enger zusammenarbeiten - also in der Frage, was genau wie beworben wird. Kern sei die Nutzung neuer Medien, vor allem der Aufbau eines Web 2.0 basierten Internetauftritts (etwa «Facebook»). Messeauftritte oder allgemeine Imagebroschüren sollen weiter zurückgefahren werden.

Im Mittelpunkt der Werbung könnten Themen wie Wandern, Radfahren, Langlaufen, Rodeln, geführte Schneeschuhtouren, Urlaub auf dem Bauernhof, regionale Kulinarik oder die Freizeitmöglichkeiten rund um den Alpsee stehen, erklärte Oberbauer weiter. «Das Ziel ist, mit den vorhandenen Mitteln mindestens gleiches, wenn nicht sogar mehr zu erreichen.»

Blaichachs Bürgermeister Otto Steiger - er ist derzeit turnusgemäß Vorsitzender der Alpsee-Grünten GmbH - reagierte gestern zurückhaltend auf den möglichen Ausstieg Immenstadts. «Ich bin etwas enttäuscht. Der Verbund Alpsee-Grünten hat mich fast meine ganze Amtszeit begleitet.» Über die Sachlage würden jetzt die Vermieter informiert. Und in den Gremien müsse der Diskussionsprozess gestartet werden, wie es im Verbund Alpsee-Grünten weiter geht.

Womöglich steht der Tourismus-Zusammenschluss auch ganz vor dem Aus. Laut Steiger findet am 24. März die nächste Aufsichtsratssitzung der Alpsee-Grünten GmbH statt. Von ihr erwartet der Bürgermeister strategische Entscheidungen.

 

Das Schild vom Wendepunkt der Langlaufloipe und die Ansicht des verschneiten Alpsees beschreiben kurz und knapp, worüber in der Alpsee-Grünten GmbH diskutiert wird: Immenstadt überlegt, eine Kehrtwende einzuschlagen. Foto-Montage: Charly Höpfl

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