Herz fürs Brauchtum
Christa Bader aus Ofterschwang hat tausende Kuchen organisiert und stickt Edelweißträger

Wenn Trachtenvereine Feste feiern, wird meist eine Theke für Kaffee und Kuchen aufgebaut. So auch beim Trachtenverein 'Alpenrose Ofterschwang'. 25 Jahre lang hat Christa Bader den Kuchenverkauf für 'ihren' Verein organisiert und dafür gesorgt, dass ausreichend Selbstgebackenes bereit-steht. Allein beim Fest zum 25-jährigen Jubiläum sind rund 130 Kuchen und Torten über die Theke gegangen. 'Und es ist nichts übrig geblieben', sagt sie. Allerdings hätten den Helfern am Abend die Füße ziemlich wehgetan.

Christa Bader kommt aus Vorderburg und war dort viele Jahre Plattlerin. Dann hat sie geheiratet und ist nach Ofterschwang gezogen. In den Trachtenverein ist sie 'hineingewachsen', als die Töchter Julia und Claudia in der Kindergruppe mit dem Platteln angefangen haben. Vor den Auftritten hat sie für ihre beiden Mädchen kunstvolle Flechtfrisuren gesteckt. 'Krönchen zum Beispiel oder einen französischen Zopf', erzählt sie.

'Ich brauche mal wieder Kuchen für unseren Trachtenverein', hat sie immer gesagt, wenn sie vor einem Bergfest die Frauen aus dem Dorf angerufen und um Kuchenspenden gebeten hat. 'Absagen habe ich eigentlich nie bekommen.

' Geliefert wurden dann Obstkuchen in den verschiedensten Variationen und oft auch kunstvoll dekorierte Torten.

In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung fand der Kuchenverkauf unter Sonnenschirmen statt. Gebrauchtes Geschirr und Besteck wurde in Eimern gespült und die Geschirrtücher wurden zum Trocknen in die Sonne gehängt. 'Wir hatten damals einen bunt zusammengewürfelten Vorrat an Tassen und Tellern aus Porzellan', erzählt Christa Bader. 'So lange, bis einer unserer Helfer beim Transport die Kofferraumklappe seines Autos nicht zugemacht hat. Gut die Hälfte des Geschirrs ist auf der Straße gelandet und kaputtgegangen.'

'Ein großer Fortschritt'

Erst nach dem Bau des Trachtenstadels gab es für Christa Bader und ihre Mitstreiterinnen eine richtige Theke mit Kühlung. 'Das war für uns alle ein großer Fortschritt.' Während die anderen Trachtenfrauen für den Verkauf, die Kasse und das Kaffeekochen zuständig waren, hat sich Christa Bader immer ums Spülen gekümmert.

Die Einnahmen aus dem Kuchenverkauf fließen in die Vereinskasse. Dabei ist der Kuchenstand auch immer eine Anlaufstelle für die Trachtenkinder – wenn Schürzen neu gebunden werden müssen, wenn sich eine Haarsträhne aus dem Zopf gelöst hat oder wenn ein Wespenstich versorgt werden muss. 'Pflaster für den Notfall hatte ich immer dabei.' Heute ist Christa Bader 61 Jahre alt und hat das Kuchenthekenamt abgegeben. 'Backen für Feste – das mach’ ich natürlich immer noch.'

Christa Bader ist 1994 in den Trachtenverein eingetreten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich schon viele Jahre für die Trachtensache in ihrem Dorf engagiert. Sie hat für Vereinsmitglieder genäht, hat für Trachtenkinder Röcke umgeändert und hat Edelweißhosenträger auf Bestellung gestickt. Für die Edelweißstickerei nimmt sie am liebsten Babywolle. 'Damit kann man besonders fein arbeiten.' Und wenn sich die Jodlergruppe Ofterschwang in ihrer Tracht präsentiert, tragen fast alle dreizehn Sänger Edelweißhosenträger, die Christa Bader für sie gemacht hat.

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