Amtsgericht
Bewährung: Mit Bierflasche nach Mädchen geworfen und Polizisten angegriffen

In Erwartung des Urteils hatte der Angeklagte die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Die Staatsanwältin hatte am Ende der Verhandlung am Amtsgericht Sonthofen eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten gefordert – ohne Bewährung. Doch Richterin Brigitte Gramatte-Dresse gab dem 22-Jährigen noch eine letzte Chance und entschied sich für eine Aussetzung der Strafe, schloss sich aber beim Strafmaß den geforderten 18 Monaten an.

Zudem verhängte die Richterin eine Bewährungszeit von fünf Jahren, in denen der Angeklagte keine Straftaten begehen und nicht übermäßig Alkohol trinken darf.

Ein Vollrausch war nämlich der Grund für eine ganze Reihe von Straftaten, die der 22-jährige Oberallgäuer in nur einer Nacht im März begangen hatte: Zunächst warf der junge Mann eine Bierflasche nach einer Gruppe Mädchen und beleidigte diese genauso wie später am Abend die Türsteher eines Sonthofer Nachtclubs.

Einen dieser Männer schlug er sogar auf die Brust.

Daraufhin wurde der 22-Jährige von den Türstehern festgehalten und die Polizei gerufen. Auch als schließlich die Beamten eintrafen, war der junge Mann nicht zu beruhigen. Er beleidigte die Polizisten, bespuckte sie und trat nach ihnen, als diese versuchten, ihn abzuführen.

So ging es auch auf dem Polizeipräsidium weiter, wo der 22-Jährige in die Arrestzelle gebracht wurde. Dort verbrachte der Volltrunkene, bei dem über zwei Promille gemessen wurden, den Rest der Nacht. <%TBR from='inject' id=''%>

'Ich kann mich nur noch daran erinnern, wie ich in der Zelle aufgewacht bin', sagte der 22-Jährige vor Gericht aus. An den Wurf der Bierflasche konnte er sich zwar noch erinnern. Der Angeklagte beteuerte aber, die Glasflasche vor sich auf den Boden und nicht nach den Mädchen geworfen zu haben.

Eines der Mädchen, das als Zeugin aussagte, widersprach dieser Darstellung. 'Er hat die Flasche in hohem Bogen in unsere Richtung geworfen', erklärte die 15-Jährige. Er habe die Mädchen zwar deutlich verfehlt. Sie wurden aber von Glassplittern und Flüssigkeit getroffen.

In Arrest wegen Vollrausch

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Gegen den Angeklagten sprach zudem, dass er bereits im vergangenen Jahr wegen 'vorsätzlichem Vollrausch' zu einem Jugendarrest verurteilt worden war:

Er war bei einem Fest in Immenstadt volltrunken auf Polizeibeamte losgegangen. Der 22-Jährige hatte auch noch weitere Vorstrafen. 'Sie haben so viele Straftaten begangen, dass man beim Vorlesen heiser wird', sagte die Richterin Brigitte Gramatte-Dresse.

Dennoch setzte sie die Strafe auf Bewährung aus, auch weil es die erste Straftat des Angeklagten als Erwachsener war.

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Die Richterin machte aber unmissverständlich klar, dass es die allerletzte Möglichkeit für den 22-Jährigen ist, einer Haftstrafe zu entgehen und doch noch den rechten Weg einzuschlagen: 'Wenn Sie ihre letzte Chance nicht nutzen, sitzen sie ein.'

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