Amtsgericht
Betrügerin aus dem Oberallgäu muss ins Gefängnis

Gleich siebenmal hat eine 33-Jährige mit ihrer Bankkarte binnen kurzer Zeit in einem Lebensmittelmarkt eingekauft, obwohl sie wusste, dass ihre Karte nicht gedeckt war. Jetzt muss die junge Frau dafür ins Gefängnis, auch wegen zurückliegender Straftaten.

Die Oberallgäuerin wurde am Amtsgericht Sonthofen wegen Betruges und einer noch offenen Bewährungsstrafe zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

'Bitte nicht ins Gefängnis', flehte die Angeklagte unter Tränen vor Gericht. Doch sie hatte trotz eines langen Vorstrafenregisters, darunter einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung – sie hatte ihre Hunde auf einen Mann gehetzt – sich erneut zu einer Straftat hinreißen lassen: Binnen weniger Tage kaufte die 33-Jährige im März 2011 in einem Lebensmittelmarkt mehrfach Waren in einem Gesamtwert von rund 400 Euro.

Sie zahlte mit ihrer EC-Karte im elektronischen Lastschriftverfahren, obwohl sie wusste, dass ihr Konto nicht gedeckt war. So sah das auf jeden Fall die Staatsanwältin. 'Sie haben ganz genau gewusst, dass Sie nicht bezahlen können', sagte sie an die Angeklagte gerichtet. Zum Teil vergingen nicht mal wenige Minuten zwischen den einzelnen Einkäufen.

Die Tatsache, dass sie die Taten unter offener Bewährung verübt habe, spreche genauso wenig für die Angeklagte, so die Staatsanwältin. 'Die Einsicht, dass sie verantwortlich ist für ihr Handeln, fehlt.'

Nichts mehr zu essen gehabt

Die Angeklagte räumte die Einkäufe vor Gericht ein: Sie habe keine Wahl gehabt, weil die ARGE die Zahlungen eingestellt habe, verteidigte sie sich. Zudem habe sie zu der Zeit ihre Wohnung räumen müssen und das Geld gebraucht, um Lebensmittel zu kaufen.

Der Verteidiger forderte eine geringere Haftstrafe: Die Angeklagte habe nichts mehr zu essen gehabt. Nach dem Wegfall der Unterstützungszahlungen sei ihr keine Wahl geblieben.

'Wenn Sie kein Geld auf dem Konto haben, dürfen Sie auch die Karte nicht benutzen', mahnte Richterin Brigitte Gramatte-Dresse die Angeklagte.

Argumente für eine Bewährung fand die Richterin – genauso wie die Staatsanwältin bei der 33-Jährigen, die bereits fünfmal wegen unterschiedlicher Straftaten verurteilt wurde, nicht mehr.

'Wenn Sie sich nicht ändern wollen, müssen Sie die Konsequenzen tragen', sagte Gramatte-Dresse an die Angeklagte gerichtet. Ihr Verteidiger ließ offen, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

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