Kreistag
Bergbauern schaffen freie Ausblicke ins Tal

«Die öffentliche Förderung von Bergbauern ist keine Subvention, sondern eine mehr als berechtigte Honorierung ihrer Leistungen.» Das betonte vor dem Oberallgäuer Kreistag Alfons Zeller (CSU) in seiner Funktion als Präsident der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen. Das bestätigte auch Landrat Gebhard Kaiser und unterstrich, dass die Alpwirtschaft fürs Oberallgäu «mehr als anderswo» von ganz wesentlicher Bedeutung sei.

Zeller verdeutlichte in einem Referat das Zusammenspiel von Alpwirtschaft und Tourismus: Da sind die Urlauber, die mit Freude über Forstwege und Bergweiden wandern, den Ausblick genießen und froh sind, wenn sie dann und wann eine Hütte zur Einkehr finden. Die Alpwirtschaft als Landschaftspfleger verhindere, dass lichte Flächen mit Sträuchern und Bäumen zuwachsen.

Davon profitiert laut Zeller massiv der Wintersport, da 80 Prozent der Skipisten über Alpflächen führten. «Die europäischen Alpen sind der größte Erholungsraum des Kontinents und der Regenwald Europas.» Andererseits ist für die Berglandwirtschaft der Tourismus auch ein wichtiges Standbein («Urlaub auf dem Bauernhof»).

Dennoch seien die Bergbauern stark von staatlichen Zuschüssen abhängig, weil die Bewirtschaftung der Alpen hohen Aufwand erfordert, aber nur niedrige Erträge ermöglicht. Die Einnahmen lägen weit unter denen von Landwirten, die nicht in Berggebieten arbeiten, so Zeller. Es sei wichtig, bisherige Förderprogramme zu erhalten und an allgemeine Kostenentwicklungen anzupassen. Wenn 2013 die Agrarpolitik der Europäischen Union neu inszeniert werde, müssten die Bergbauern eine tragende Rolle spielen.

Helfen könnte den Bergbauern laut Zeller auch eine bessere Zusammenarbeit mit der Tourismuswirtschaft, mit Naturschutzorganisationen und mit starken Molkereien, die ebenfalls Bergmilchprodukte anbieten. Und die Bergbauernmilch verdiene wegen ihrer höheren Qualität auch einen höheren Milchpreis.

An einem Strang ziehen

In der folgenden Debatte ging es im Kreistag um Details der verschiedenen Zuschusstöpfe und ihre Entwicklung. Landtagsabgeordnete Ulrike Müller (Freie Wähler) sorgt, dass bei der diskutierten Änderung der Fördergebiete im Oberallgäu Flächen herausfallen könnten. «Wir müssen an einem Strang ziehen, damit das nicht passiert.»

Ihr Kollege Adi Sprinkart (Grüne) bemängelte, dass man nicht entsprechend «verkaufe», was die Bergbauern alles leisten. Auf die Sorge von Susanne Steinhilber (Grüne) vor den negativen Folgen einer Überweidung und zu vielen Forstwegen, erklärte BBV-Kreisobmann Alfred Enderle (CSU), dass die Viehbestände eh sänken. Forstwege seien notwendig, weil man den Wald nur für den Klimawandel umbauen könne, wenn man auch hinkomme.

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