Erziehung
Beratungsstelle in Sonthofen empfiehlt: Kindliche Trauer ernst nehmen

'Mama, wo ist die Oma jetzt, ist sie jetzt ein Engel?' Der Tod eines Angehörigen oder Bekannten geht an Kindern nicht vorbei. Eltern sind da oft mit Fragen konfrontiert, wissen aber nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Mancher würde so ein Thema am liebsten vom Sprössling fernhalten. Was soll man ihm sagen? Versteht er überhaupt, was passiert ist? Wie wird er reagieren? Manchmal suchen Eltern da Rat bei der Psychologischen Beratungsstelle in Sonthofen. Dort weiß man: Es ist nicht leicht für Eltern, mit den Themen Tod und Trauer umzugehen.

Die Experten der Beratungsstelle raten, kindliche Trauer ernst zu nehmen und die Kinder im Umgang mit Abschied und Verlust zu begleiten. Schließlich gibt es kein Leben ohne Abschied und Trauer. Wer Kindern diesen Teil des Lebens ersparen wolle, vermittle ihnen ein Bild vom Leben, das nur auf Gesundheit, Freude und Stärke beruht. Zum Leben in seiner ganzen Fülle zählt aber auch Schwäche, Krankheit, Trauer und Abschied, meint Sozialpädagogin Katrin Richter.

Egal wie jung Kinder sind: Für sie gibt es immer wieder kleine und größere Abschiede – ist es nur der Wegzug eines Freundes, das Sterben eines Haustieres oder der Tod eines Angehörigen. Kinder trauerten zwar ähnlich wie Erwachsene, doch sei die Verlusterfahrung für sie eine andere Herausforderung. Kinder, so Richter, hätten je nach Alter und Reife unterschiedliche Vorstellungen vom Tod. Oft fehlen ihnen auch die sprachlichen Mittel, um auszudrücken, was sie empfinden.

Laut Richter trauern Kinder bunter und facettenreicher als Erwachsene. Die Trauer sei weniger durchgängig; Kinder könnten sich zeitweise auch vergnüglichen Dingen widmen. Zugleich führe die von großer Sehnsucht nach dem Verstorbenen geprägte Trauer häufig zu Tagträumen. 'Ein trauerndes Kind kann auch felsenfest behaupten, gerade mit dem verstorbenen Bruder gespielt zu haben', so Richter.

Oft zeigt sich der Verlust auch in Zorn und Wut. Möglich seien auch körperliche Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Bauchschmerzen.

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