Soziales
AWO in Immenstadt feiert und sorgt sich um Nachwuchs

Bei strahlendem Sonnenschein hat das AWO-Seniorenheim Immenstadt im Rahmen seiner 30-Jahrfeier sein diesjähriges Oktoberfest gefeiert. Am Tag darauf stand das 65-jährige Bestehen des Ortsverbands im Mittelpunkt.

Feierlich eingestimmt auf das Oktoberfest wurden die Besucher durch harmonische Alphornklänge der Familie Hörburger aus Eckarts. In ihrer Begrüßung wies Heimleiterin Heike Hauber auf die Veränderungen in den vergangenen 30 Jahren hin, vor allem auf die Einführung der Pflegeversicherung. Diese habe zur Bezuschussung der Heimkosten und zu Qualitätsverbesserungen in den Heimen geführt, erfordere jedoch einen sehr zeitintensiven bürokratischen Aufwand, der leider an der Zeit, die zur Versorgung der Bewohner zur Verfügung steht, verloren gehe. Dennoch würden Bewohner in den Einrichtungen bestmöglich versorgt.

Pflegedienstleiterin Christine Filippi, seit 1. Juli im AWO-Seniorenheim Immenstadt tätig, betonte ebenfalls die veränderten hohen Anforderungen an Mitarbeiter in der Pflege. Sie hätten dennoch einen schönen und erfüllenden Beruf.

Nach dem Fassbieranstich spielte eine Abordnung der Musikkapelle Stein zur Unterhaltung. Engel Aloisius alias Alfred Hasel wusste so einiges über das Seniorenheim zu berichten, was das Leben vor dem Himmel zu bevorzugen hat.

Bei prasselndem Regen feierte der AWO-Ortsverein Immenstadt am darauffolgenden Tag ebenfalls im Festzelt sein 65-jähriges Bestehen. Eingestimmt wurde diese Feier durch einen ökumenischen Gottesdienst, gestaltet durch den hauseigenen katholischen Priester Alfred Brutscher und den evangelischen Pfarrer Rolf Fräderich.

Junge Mitglieder fehlen

Immenstadts AWO-Vorsitzender Alfred Hasel wies in seiner Begrüßung auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements als Aufgabe des Ortsvereins hin. Sorge mache ihm der fehlende Nachwuchs. Zum einen schrumpfe die Mitgliederzahl von Jahr zu Jahr, zum anderen würden jüngere Mitglieder fehlen, was die eigentliche Aufgabe, sich ehrenamtlich zu engagieren, immer schwieriger mache.

Er bedankte sich auch für die professionelle Arbeit der Mitarbeiter und die würdige Versorgung der Menschen, die in Pflegeheimen versorgt werden, wenn Pflege Zuhause einfach nicht mehr möglich ist. Dabei plädierte er für leistungsgerechte Entlohnung und Wertschätzung dieser Berufsgruppe durch Politik und Gesellschaft.

Marianne Strauchner, Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Oberallgäu, appellierte an die Anwesenden, dem Ortsverein beizutreten bzw. weitere Mitglieder zu werben. Ehrenamtliches Engagement würde immer wichtiger werden und sei durch organisiertes Zusammenwirken und Miteinander erfüllbar.

Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp verglich die Debatten um regenerative Energien wie Windkraft und die Arbeit ehrenamtlichen Engagements mit dem Solidaritätsgrundgedanken, wobei viele Bürger von den Vorteilen profitieren, jedoch leider entstehende Unannehmlichkeiten auf 'die anderen' abschieben würden. Udo Himml verwies im Grußwort des SPD-Ortsvereins Immenstadt auf dieselben Wurzeln der Partei und der Arbeiterwohlfahrt.

Alfons Schier, Mitglied des Präsidiums des AWO-Bezirksverbandes Schwaben, verglich das Wirken der Arbeiterwohlfahrt mit dem Handeln des heiligen Samariters. Dieser habe gehandelt und geholfen, alle anderen seien am zu Bode liegenden Bettler vorbeigezogen und hätten ihn bestenfalls bedauert. In diesem Sinne werde die Arbeiterwohlfahrt weiterhin ihren Leitsätzen gerecht werden und handeln.

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