Medizin
Arthrose plagt offensichtlich viele Oberallgäuer

Zum «Husarenritt durch Knie- und Hüftarthrose» hatten Professor Dr. Wolfhart Puhl vom Orthopädikum Oberstdorf sowie Dr. Martin Fiedermutz, Anästhesist an der Klinik Oberstdorf, in die Reha-Klinik Sonthofen eingeladen. Offensichtlich plagen sich viele Oberallgäuer mit dem Verschleiß von Gelenkknorpeln. Denn die Cafeteria konnte die Zuhörermassen kaum fassen. Der Hausmeister hatte alle Hände voll zu tun, um zusätzliche Stühle und schließlich sogar Bierbänke herbeizuschaffen.

Zahlreiche Interessierte nutzten nach den Vorträgen die Gelegenheit, die beiden Mediziner mit Fragen zu löchern. Wie finde ich einen guten Arzt, wollte eine schmerzgeplagte Zuhörerin wissen. «Durch Fragen», empfahl der Professor, der zuvor für den Fall eines Gelenkersatzes den Patienten ans Herz gelegt hatte, auf einen guten Operateur und ein gutes Team zu achten. «Die Sicherheit hat erste Priorität», so Puhl. Der Patient wolle möglichst nur einmal operiert werden. Deswegen sei auch die Auswahl einer Prothese sehr wichtig.

Wer entscheide, welche Prothese eingesetzt werde, lautete eine andere Frage. Wolfhart Puhl betonte, dass es in Deutschland keine schlechten Präparate gebe. Freilich: «Die Prothese an sich, die für jeden stimmt, gibts nicht.

» Die Entscheidung sollte sich nach Aktivität und Lebensalter des Patienten richten. Jüngere Menschen sollten bei einem neuen Hüftgelenk auf ein Modell mit Metall- oder Keramikelementen achten. Auch eine Zementierung richte sich nach dem Alter.

Doch vor einer Operation sollten sich Arzt und Patient fragen: Muss es überhaupt eine Prothese sein? Denn nicht immer liege eine schwere Arthrose vor, wo Knochen ohne Knorpelschutz auf Knochen trifft. Es gebe Regionen in Deutschland, so Puhl, wo sofort eine Endoprothese vorgeschlagen wird: «Es gibt Kliniken und Praxen, die schwingen das Lasso.» Und es werde manches auch gemacht, was nicht sein müsse.

Aufmerksam hatten die Besucher auch dem Anästhesisten gelauscht. Martin Fiedermutz hatte das weite Aufgabenfeld eines «Narkosearztes» beschrieben.. Im Prinzip, so der Experte, gebe es keinen Patienten, der sich einer Narkose nicht unterziehen könnte: «Das Alter ist kein Risiko.» Wichtig seien Vorerkrankungen. Über das Narkosegerät lasse sich ein schmerzfreier Tiefschlaf gut steuern.

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