Kabarett
Angelika Beier will eine Rauszeit nehmen und bietet spritzige Unterhaltung in Sonthofen

Eine geflochtene Spanische Wand verdeckt die Rückseite der Bühne. Davor eine hölzerne Gartenbank.Seitlich ein Wegzeiger-Pfosten: Zum 'Nirwana', nach 'Trullala', zu 'Dr. Bizarros Lustreisen' geht es da. Aber auch, ganz unten, ist man 'wieder daheim'.

Sie kommt aus München, nennt sich 'Fanny' und macht Kabarett in der Sonthofer Kultur-Werkstatt: Angelika Beier. Vergnügliches, witzig-spritziges Kabarett, ohne politischen oder besonders tiefsinnigen Anspruch.

Eine 'Rauszeit' will sie nehmen. Raus aus dem Alltag der Familie, der Partnerschaft, aus dem Gewohnten halt. Und wohin? Erst mal nach Wien. Na Servus. Da sind die Männer auch nicht besser. Der Spezi Robert zum Beispiel macht sie, die Vierzigerin, zur 'Immer-noch-Mizzi'.

Denn sie sieht ja 'immer noch' gut aus.

Wovon träumen Männer eigentlich? Von Baumärkten? Bohrmaschinen? Aus der Traum vom perfekten Mann. Da flieht Fanny lieber nach San Francisco.

Auf den Song-Flügeln von Scott McKenzies Hippie-Schlager. Leicht beschwipst warnt sie vor den Gefahren des Nicht-Trinkens: Durscht!

Neuer Versuch, bei den Yogis am Himalaya. Aber Leben ist Leiden, sagt Buddha. So ist trotz Vorwarnung des Nirwana-Katalogs vor 'reduziertem Komfort' in diesen Gegenden die alte Yak-Butter im gestampften Tee eine geschmackliche Zumutung. Erkenntnis? Erleuchtung? Keine Spur.

Ob geiler Galeeren-Sex mit Ruder und Riemen in Dr. Bizarros Lustparadies aufhelfen? Die siebenschwänzige Peitsche aus der Folterkammer des erzbischöflichen Ordinariats? Eher weniger. Man muss früher anfangen, meint Fanny:

'Ich habe ein Kind. Und ganz viele Patchwork-Kinder. Sind die überhaupt überlebensfähig in ihren kindersicheren Einrichtungen? Grün und blau ham wir uns geprügelt, früher, und mussten doch nicht zum Kinderpsychologen!'

Allzu grob-sinnlich gerät der Kabarettistin die zweite Zugabe, das whiskygetränkte Rezept eines Verführungs-Kuchens. Da ist die listige Wette der Tante Else um die eckigen Eier des Herrn Bankdirektors schon lustiger.

Lach-Glanznummer ist die letzte, das komische Grimassen-Lied vom 'Fad-Sein': 'Ohne Mann is’ fad – mit ihm noch viel fader.' Gar nicht fad finden die Zuschauer den Kabarett-Abend – Angelika Beier kommt wieder.

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