Baubeginn
An der Ostrach mehr Schutz vor Hochwasser

Darauf haben viele Sonthofer und auch Burgberger lange gewartet: Endlich hat der Ausbau des Hochwasserschutzes entlang der Ostrach begonnen. Nach ersten Vorarbeiten wie dem Fällen von Bäumen folgte gestern der offizielle Behördentermin zum Start.

Passend dazu das Wetter: kalt und nass. „Ergiebiger Dauerregen“ hieß das in der gestrigen Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Und prompt präsentierte sich die Ostrach als echter Wildbach mit reißendem, braunem Wasser – 118 Kubikmeter pro Sekunde.

Meldestufe 2 war da bei einem schnell anschwellenden Pegel schon erreicht. Noch sei es nicht dramatisch, beruhigte gestern Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, vor Ort. Und man hoffe, dass der Pegel zügig wieder zurückgehe. Bis sich die Bürger über einen umfassenden Hochwasserschutz an der Ostrach freuen dürfen, vergehen noch viele Jahre.

Wegen der begrenzten Gelder beim Freistaat rechnet das Wasserwirtschaftsamt mit acht Jahren Bauzeit. Zu lange, findet Landrat Gebhard Kaiser. Er hofft, dass sich das beschleunigen lässt. Hintergrund: Aktuell stehen in Bayern mehrere Maßnahmen an, doch der Finanztopf ist begrenzt. Hätte sich das Planfeststellungsverfahren für die Ostrach nicht so verzögert, wäre man weiter, heißt es von Behördenseite.

Das Gesamtprojekt Ostrach kostet rund 23 Millionen Euro, der erste Bauabschnitt heuer 850 000 Euro. Geplant sind jetzt Arbeiten beidseitig der Ostrach auf rund 450 Metern Länge, von der Mündung der Ostrach in die Iller bis zur B 19.

Diese Arbeiten verbessern den Hochwasserschutz im Bereich Falkenlager und in Richtung Ortwanger Baggersee. Der Deich erhält dann in der Krone eine Bereite von vier Metern. Die Ostrach kann nach dem Ausbau ein 100-jähriges Hochwasser oder 338 Kubikmeter pro Sekunde verkraften und hat dabei noch einen Meter Puffer, bis der Wildbach überlaufen würde. Heuer geplante Maßnahmen:

Sanierung des Deiches zwischen Ostrach und Ortwanger Baggersee.

Das Ufer entlang des Falkenlagers wird angepasst und erhöht. Dazu erneuern die Arbeiter in dem Bereich auch die Falkenstraße – höher gelegt ist sie selbst der Deich.

Die Gewässersohle kurz vor der B19-Brücke wird angepasst und abgesenkt.

Die hölzerne, überdachte Fußwegbrücke nahe der Mündung will das Wasserwirtschaftsamt rund 300 Meter flussaufwärts verlegen und neu bauen. Zur Erinnerung: Beim Pfingsthochwasser 1999 wurde die Brücke weggerissen und 80 Zentimeter höher neu gebaut.

Nach aktuellen Berechnungen müsste die Brücke am bisherigen Standort noch einen Meter erhöht werden. Und da ist dann laut Planern ein versetzter Neubau einfacher, zumal dann 70 Zentimeter mehr Höhe ausreichen.

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