Wildnisschule
Alter Schneiderhof in Sonthofen wird zu einem Erlebniscamp für Kinder

«Ich habe schon ein paar Freunde gefunden», sagt Freya und schaut gespannt, was die anderen Kinder am Basteltisch alles machen. Für sie ist es der erste Tag in der Wildnisschule Allgäu. Der Zehnjährigen gefällt die Ferienbetreuung richtig gut.

Seit drei Wochen findet in der Wildnisschule am alten Schneiderhof hinter dem Wonnemar in Sonthofen wieder eine Ferienbetreuung für Kinder statt. Willkommen ist hier jeder. << Es gibt eigentlich keine Altersgrenze, aber jetzt in den Ferien nehmen wir hauptsächlich Grundschulkinder >>, erklärt Stefan Koch, Leiter der Schule. Man wolle Eltern, die arbeitstätig sind und sich in den Ferien nicht um ihre Kinder kümmern können, unterstützen.

Das Projekt wird von der Stadt Sonthofen bezuschusst und soll auch in Zukunft stattfinden. Die Eltern der Kinder sind von dem Programm begeistert: << Es ist etwas komplett anderes als Schule oder Kindergarten, und es macht den Kindern wahnsinnig Spaß. >>

Am besten gefällt allen Kindern das Feuer machen. << Daheim darf man ja nicht zündeln >>, sagt Matteo und grinst, als er sein Würstchen auf einen Holzspieß steckt um es über einer offenen Flamme zu grillen. Eine andere Gruppe sitzt in der Sonne und baut unter Aufsicht von Stefan Koch aus Holz und Steinen kleine, richtig scharfe Messerchen.

Unterschlupf bauen

Den Kindern werden auf dem Hof verschiedene Aktivitäten geboten. Die Betreuer achten auf einen sicheren Umgang mit Feuer oder erklären den Schülern, welche Pflanzen essbar sind. << Wir bauen hier auch Unterschlüpfe im Wald >>, erzählt Elisabeth. Die Zehnjährige hat besonderen Gefallen am Bauen gefunden und zeigt auf einen kleinen Fluss und ein Stückchen Hain, wo einige Lager errichtet wurden.

Aber auch eigene Vorschläge bringen die Kinder mit ein und machen, wonach ihnen der Sinn steht. Die Kleinen haben hier die Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Es bilden sich je nach Interesse und Aktivität kleine << Banden >>. Finn ist schon von Anfang an dabei und gesellt sich gern zu jeder Gruppe dazu: << Am liebsten mache ich Feuer oder eine Schlammschlacht am Fluss. >> Gerade zünden einige Jungen ein Feuer an, da sammelt sich schon eine Gruppe um die Flammen und jeder grillt sein Wiener Würstchen.

Wer wie lange dabei ist, rückt dabei meist in den Hintergrund. << Wir wollen den Kern der Gruppe über eine Woche erhalten, damit sich die Kinder nicht ständig neu finden müssen >>, erklärt Koch. Die Wildnisschüler selbst nehmen aber gerne jeden Neuankömmling auf und toben mit ihm herum.

<< Ich finde es toll, dass man sich hier aussuchen kann, was man machen will >>, sagt Max, der mit seinen zwölf Jahren einer der Ältesten ist. Diese Freiheit und Unbeschwertheit wissen die Kinder zu schätzen und lassen ihren Ideen freien Lauf.

Bei Schülern und ihren Eltern findet das Projekt Zuspruch. Die Kleinen hoffen, dass in den kommenden Ferien wieder eine Betreuung stattfindet, wo sie erneut viele Dinge über die Natur erfahren und lernen, wie man mit ihr zurechtkommt.

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