Denkmalschutz
Alte Schule in Immenstadt-Bühl wird nicht abgerissen: Freundeskreis bekommt Zuschlag

Die Alte Schule in Bühl bei Immenstadt wird doch nicht abgerissen. Wie der Freundeskreis "Zukunft Alte Schule Bühl" auf seiner Facebookseite mitteilt, hat er den Zuschlag für das denkmalgeschützte Gebäude bekommen. Am Dienstagabend, 11. Februar, hatte die Pfarrpfründestiftung St. Nikolaus zusammen mit der Diözese Augsburg die Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes getroffen. 

Der Freundeskreis kann nun die Alte Schule "kaufen, sanieren und mit neuem Leben füllen." Das Gebäude sollte zunächst von der Stadt Immenstadt gekauft und abgerissen werden. Ein Dorfgemeinschaftshaus hätte dort nach Wunsch des Bürgermeisters Armin Schaupp entstehen sollen. 

Gegen den Abriss gab es viele Proteste und Aktionen von der Bevölkerung und Denkmalschützern. Dr. Bernhard Niethammer, Leiter des Bauernhofmuseums in Illerbeuren, sagte unter anderem gegenüber der Allgäuer Zeitung, dass das Gebäude noch in guter Verfassung und zudem eine Rarität in Schwaben sei. 

Zahlreiche Interessierte

Der Leiter der Pfarreiengemeinschaft Immenstadt, Pfarrer Helmut Epp, teilte am Dienstagabend im Pfarrheim die Entscheidung der Kirchenverwaltung mit. Das Angebot der Stadt Immenstadt habe in der geheimen Abstimmung gleich viele Stimmen wie das des Freundeskreises erhalten, so der Geistliche. Allerdings seien von städtischer Seite Bedingungen gestellt worden, deren Erfüllung ungewiss sei. „Aufgrund der Situation aller Angebote bekommt der Freundeskreis den Zuschlag“, betonte Helmut Epp. Zahlreiche Interessierte aus den Pfarrgremien, dem Ortsteil Immenstadt-Bühl, der politischen Gemeinde und Interessensgruppen waren zur Bekanntgabe der Entscheidung ins Pfarrheim gekommen.

„Insgesamt gingen bis zum 31. Januar 2020 fünf Angebote ein“, erklärte Pfarrer Helmut Epp. Eingereichte Pläne privater Investoren und einer Firmengruppe, die Wohnungen und ein Café vorsahen, seien aus verschiedenen Überlegungen ausgeschieden, fuhr er fort. So blieben schließlich die Angebote der Stadt und des Freundeskreises übrig, die eingehend von der Kirchenverwaltung geprüft worden seien.

Pfarrer äußerte zu beiden Vorhaben Bedenken

Bei der detaillierten Besprechung der Pläne äußerte Pfarrer Epp seine Bedenken zu beiden Vorhaben. „Ich stelle mir die Umsetzung schwierig vor“, meinte er und bezog sich hierbei auf die Sanierung der Räume mit ihren unterschiedlichen Raumhöhen durch den Freundeskreis. Dort sollen später laut einer Pressemitteilung Vereine unterkommen, ein Café und ein Saal, eine Kinderkrippe sowie eine Wohnung seien weiter in der Planung vorgesehen.

Für den Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses durch die Stadt hätten einige Anlieger die benötigten Abstandsflächen abgetreten, berichtete der Pfarrer. Allerdings habe sich die Katholische Jugendfürsorge und auch andere Nachbarn noch nicht abschließend entschieden. Die Stadt hatte jedoch den Kauf der Alten Schule von der Zusage aller Abstandsflächen abhängig gemacht, schilderte er.

Nach einer fünfstündigen Diskussion im Gremium der Kirchenverwaltung seien in geheimer Abstimmung jeweils drei Stimmen auf die beiden verbliebenen Pläne entfallen. Nach Abwägung aller Argumente habe Pfarrer Epp als Pfarrpfründestiftungsinhaber letztendlich dem Freundeskreis den Zuschlag gegeben.

Freundeskreis gründet Genossenschaft

Dieser beabsichtige nun, eine Genossenschaft zur Umsetzung seines Vorhabens zu gründen. Außerdem werde der Freundeskreis einen „runden Tisch“ gründen, damit die unterschiedlichen Interessensgruppen ihren Teil der Vision „Zukunft Alte Schule Bühl“ beitragen könnten. "Der Prozess der Entscheidungsfindung war sicherlich kein leichter und wir danken der Kirche für ihr Engagement, das unter anderem in zahlreichen Emails und Gesprächen seinen Ausdruck fand. Vielen Dank auch an unsere vielzähligen Unterstützer*innen fürs fleißige Daumendrücken", äußert sich der Freundeskreis erleichtert über die Entscheidung.

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