Kreishandwerkerschaft
88 junge Handwerker in Sonthofen freigesprochen

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Sie kamen in Leder oder tiefhängenden Jeans, im Dirndl oder auf «hohen Hacken» oder - ein wenig zu spät. So wie die beiden jungen Damen, deren «Navi» die Markthalle in Sonthofen nicht kannte. Sie hatten damit zwar die feierliche Freisprechung durch Kreishandwerksmeister Thorsten Lang verpasst, erhielten aber trotzdem, musikalisch verschönt durch den «Dearflarsound», den Gesellenbrief. So wie weitere 86 Junghandwerker in der Feierstunde der Kreishandwerkerschaft Oberallgäu. Drei junge Leute wurden von Landrat Gebhard Kaiser als Innungsbeste ausgezeichnet.

Kaiser, gelernter Käser, betonte, dass eine solide Ausbildung vor Arbeitslosigkeit schütze und bessere Aufstiegs- und Verdienstchancen biete. Im Oberallgäu sei das Handwerk einer der wichtigsten Arbeitgeber, jungen Menschen würden Perspektiven geboten.

Er mahnte die jungen Leute aber auch, sich darauf nicht zu verlassen: << Das Berufsleben ist eine ständige Lehrstelle. >> So sah es auch Festredner Franz Kugler, Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben. Er lehnte den gut gemeinten Wunsch << Bleib, wie du bist >> als << Anleitung zum Stillstand >> ab. Stattdessen sollte es lauten: << Beweg dich, und bleib keinesfalls stehen. >>

Der Vizepräsident, der am << Tag des Handwerks >> eine Einladung nach Berlin zugunsten einer Fahrt nach Sonthofen ausgeschlagen hatte, lobte ausdrücklich die Ausstellung mit den << ganz hervorragenden >> Gesellenstücken der jungen Handwerker.

Die bestandene Prüfung sei ein << großer Erfolg >>, aber nur ein erster Schritt: Jetzt gelte es, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und aktiv weiter zu machen. Er erinnerte an die << Königsdisziplin >> im Handwerk, die Meisterprüfung, die sogar die Tore einer Universität öffne. << Eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung ist ein Sprungbrett in alle Richtungen. >>

Als << Wendemarke >> in seinem Leben bezeichnet Wolfgang Deppe, dritter Bürgermeister der Stadt, seine Gesellenprüfung im Jahre 59: << Nach einer verkorksten Jugend in der Schule die erste gescheite Leistung >>, meinte der Sonthofer Architekt. Er empfahl den jungen Gesellen, sich im Leben Ziele zu setzen und diese mit Durchsetzungsvermögen, aber nicht mit Ellenbogen zu verfolgen.

Ein Handwerksberuf sei abwechslungsreich und ein sicherer Arbeitsplatz, meinte Dieter Friede als Leiter der Berufsschule Immenstadt. Er wünschte seinen ehemaligen Schülern alles Gute und den << Ehrgeiz, weiter an sich zu arbeiten >>.

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