Umwelttag
240 Jugendliche mit 120 Müllsäcken säubern Sonthofen und Umgebung am Umwelttag

Fast ein bisschen stolz hält Carmen das vor Schmutz starrende Kindersöckchen in die Höhe: der bisher originellste Fund. Die Zwölfjährige, die in ihrer Freizeit bei der Sonthofer Fasnachtszunft (SFZ) das Tanzen lernt, ist heute in besonderer Mission unterwegs. Sie betätigt sich gemeinsam mit 239 Kindern und Jugendlichen als Müllsammlerin in Sonthofen. Zum zweiten Umwelttag der Arbeitsgemeinschaft Sonthofer Jugendverbände (ASJ) sind 40 Teams mit je sechs Mitgliedern mit insgesamt 120 blauen Müllsäcken auf Sammeltour.

«Mit dem Umwelttag bringt die ASJ die Jugendlichen vieler Vereine zusammen», erklärt Christian Wilhelm, Vize-Vorsitzender der ASJ. Zweiter Bürgermeister Harald Voigt freut sich, dass die Stadt sauberer wird. Landtagsabgeordneter Adi Sprinkart zeigt sich mit seinem Kollegen Dr. Leopold Herz «zutiefst beeindruckt», dass so viele junge Menschen an einem Vormittag was für den Umweltschutz tun.

«Hier war wieder ein Treffpunkt», sagt Jennifer, 20. Die «Rotgardistin» bei der SfZ ist die Leiterin der Gruppe, die das Areal um Rathaus und Markthalle durchkämmt. Jennifer, wie alle anderen unübersehbar mit einem maigrünen T-Shirt ausgestattet (Rückenspruch: «Wir waren dabei»), bückt sich und sammelt Kippen ein. Mit der behandschuhten Rechten muss sie manchmal fast im Boden puhlen, um die Hinterlassenschaften von Rauchern aufzuklauben.

Zweithäufigster Fund: braune Glasscherben. «Das ist gemein», sind sich Jennifer und Carmen einig: «vor allem wegen der Hunde». Auch Spaziergängerin Beate Reiber-Zauder findet die Scherben «nicht schön», aber die Sammelaktion «einfach toll».

Bonbonpapier und leicht modrige Luftschlangen als Überbleibsel von Fasching und Narrensprung liegen ebenso zwischen Kies und Gras. Dazwischen Folie, Kronkorken oder auch ein Eisenbügel, wie ihn Laura (14) und Sarah (13) vom SfZ-Kommando aufgetan haben. Laura macht mit, weil sie so etwas mit der Gruppe unternehmen kann. Sarah gefällt es, dass die Vereine für die Aktion etwas Geld in die Kasse bekommen.

Und vielleicht gibts ja auch einen Preis für den originellsten Fund? Die zwölfjährige Celine und die 14-jährige Julia haben nach all den Zigarettenresten und kleinen Schnapsfläschchen immerhin einen großen gelben Plastikteller gefunden. Schnell wird die «Trophäe» zum Beweis fotografiert. Denn die Säcke werden an über 30 Stellen in der Stadt deponiert.

Um 17 Uhr fährt dann der Bauhof die Stationen ab. Dann sind die sechs «Müllmädchen» schon längst zu Hause. Etwa drei Stunden wird gesammelt, dann treffen sich sämtliche Teams in der Allgäu-Sporthalle, wo eine ordentliche Brotzeit wartet. Örtliche Bäcker und Metzger haben Wurst und Semmeln beigesteuert, der ZAK die Getränke.

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