Tanzen
140 Kinder und Jugendliche der Ballettschule Engel in Sonthofen inszenieren das Stück Cinderella

Eine Schar Tauben fliegt um ein unglücklich dreinschauendes Mädchen, das den Boden fegt. Die Tauben sind gekommen, um Cinderella (so wird Aschenputtel im englischen Sprachraum genannt) zu helfen, damit sie auf den Ball des Prinzen gehen kann.

Cinderellas böse Stiefmutter hat sie nämlich nicht mitgenommen. Bei den Tauben handelt es sich in Wahrheit natürlich um kleine Ballerinas, die die Rollen der Vögel im Ballett Cinderella, von Sergej Prokofjew, tanzen.

Inszeniert wird Cinderella von der Ballettschule Engel in Sonthofen, die 2004 von Kerstin Kneppler übernommen wurde. Bei den Proben des Stücks im Haus Oberallgäu in Sonthofen geht es laut zu. 'An die 140 Kinder und Jugendliche sind insgesamt beteiligt', erklärt Kneppler, die die meiste Zeit auf der Bühne ist, um den Kindern zu helfen. Die Musik vom CD-Spieler kann den Lärm kaum übertönen.

Der Aufwand für das Stück sei enorm gewesen, erzählt Kneppler in einer kurzen Pause. Die Choreografie hat sie sich fast allein ausgedacht. 'Die Proben mit den älteren Kindern haben bereits weit vor den Sommerferien begonnen. Mit den Kleinen ging es dann im September los', sagt die Leiterin. Auch die Anproben der von Kneppler entworfenen Kostüme, die mit Hilfe zweier Mütter geschneidert wurden, waren eine Herausforderung.

'Die Requisiten bestehen zum Großteil aus alten bemalten Bettlaken', meint die Leiterin. Die Musik von Prokofjew musste verkürzt werden, da es andernfalls für die Kinder zu viel wird. Besonders bei den langen Ballszenen sei dies der Fall gewesen, erklärt Kneppler. Ohne die tatkräftige Unterstützung von den Eltern der Kinder hätte das Projekt nicht geklappt. 'Wir sind quasi ein Familienunternehmen', ist sich Kneppler sicher.

Für Josephine Jäger waren die Proben oft sehr anstrengend. Sie tanzt das Aschenputtel. 'Gerade die Ballszene, bei der ich lange allein tanze, ist schwierig', sagt die 18-Jährige. Blasen vom Spitzentanz gäbe es da schon manchmal. Theresa Kappeler, die die böse Stiefmutter mimt, gefällt der Anfang am meisten, da fast alle Hauptpersonen gemeinsam tanzen würden, erzählt die 16-Jährige.

Ein großer Zeitaufwand für sie waren die Extraproben. 'Mir gefällt der schauspielerische Aspekt, den ich als böse Stiefschwester zeigen kann', schildert Anna Jenetzky. Das Kämpfen um den Prinzen fand die 17-Jährige toll. Bei den Rollen sei das zum Glück nicht der Fall gewesen. Der zweiten bösen Stiefschwester, Tanja Schiebel, gefällt vor allem ihr Kostüm. 'Es ist ein wunderschönes Tutu', meint die 18-Jährige.

Alle vier sind sich einig, dass das Tanzen auch mit den Jüngeren sehr viel Spaß macht. Kneppler: 'Die Kleinen sind eher schüchtern und ruhig. Die etwas Größeren sind lauter und schwieriger, da sie aufgeregt sind.' Alles in allem seien aber alle brav. Die Kinder wollen ja auch, dass die Aufführung schön wird, fügt Kneppler hinzu.

Beim Einzug zum Finale geht es zwar noch etwas chaotisch zu, aber das werde noch, ist Kneppler überzeugt. Der Stress habe sich auf jeden Fall gelohnt.

Termin: Die Aufführung findet am Samstag, 26. November, um 19 Uhr und am Sonntag, 27. November, um 17 Uhr im Haus Oberallgäu in Sonthofen statt. Karten sind in der Buchhandlung Merk zu erhalten. Erwachsene zahlen neun, Kinder fünf Euro.

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