Autos
Vorderhindelanger Firma Schalber entwickelt mit Schweizer Inmares AG mehrere Patente

Die Firma Schalber aus Bad Hindelang hat einen Autoantrieb entwickelt, der mit Energie aus Wasserstoff arbeitet. Wie Firmenchef Richard Schalber erklärt, hatte die Schweizer Firma Inmares AG einen Wettbewerb ausgeschrieben, in dem es um Technik im Einklang mit Natur und Mensch ging.

Zu entwickeln war ein Elektrofahrzeug und ein Speichersystem für Energie. Die Vorderhindelanger Firma erhielt den Zuschlag.

Nach 18 Monaten Bauzeit steht nach Angaben Schalbers inzwischen ein fahrfähiger Prototyp in Vorderhindelang. Die Systemanforderung war: modulare Baugruppen, maximal 100 Bauteile, zu 99 Prozent recyclebar, erklärt Projektleiter Peter Schmeller.

Die Technik funktioniert wie folgt: Mit Strom aus der Steckdose werde mittels Elektrolyse im Fahrzeug Wasserstoff erzeugt und gespeichert. Mithilfe einer Brennstoffzelle werde daraus im Auto wieder Strom generiert. Die Idee, aus Wasserstoff Strom zu erzeugen, ist laut Schmeller nicht neu.

Konzerne wie Mercedes, BMW arbeiten schon viele Jahre auch an dieser Technik. 'Unser Geheimnis ist, wie wir den Wasserstoff herstellen, lagern und verarbeiten', sagt Schalber. Darauf habe die Inmares AG elf Patente angemeldet.

Deshalb will der Firmenchef auch keine Details preisgeben. Soviel verrät er: Für den ersten Prototyp wurde die Fahrgastzelle eines Porsche Cayenne verwendet, Bodengruppe, Fahrwerk, Elektromotoren mit Steuerung und Energiespeicher entwickelte die Schalber GmbH selber.

Es entstand nach Angaben von Elektrotechniker Schmeller ein Off-Roader, der pro Rad mit einem Elektromotor, jeweils 45 Kilowatt (61 PS) und je 1000 Newtonmeter angetrieben wird. Er habe bei normaler Strecke eine Reichweite von 800 Kilometern und sei voll geländetauglich.

Anders als bei herkömmlichen Batterien könne man in die Wasserstoff-Batterie, die den Strom für die vier Motoren liefert, gewonnene Energie durch Rekuperation zu 95 Prozent wieder einspeisen, etwa bei Bremsvorgängen oder beim bergab Fahren.

Ansonsten ist die Firma recht zurückhaltend mit Informationen über ihren Prototypen. Schmeller ist überzeugt: 'Die Nutzung von Wasserstoff ist eine der zentralen Möglichkeiten der Zukunft, da das Gas keine Emissionen produziert, relativ ungefährlich ist und unendlich zur Verfügung steht.'

Die von der Hindelanger Firma entwickelte Technik eigne sich auch zum Speichern von regenerativ erzeugter Energie. Darüber haben sich kürzlich die Schüler eines W-Seminars der 11. und 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Sonthofen bei den Entwicklern informiert.

Dieses Thema ist in den Augen der Inmares AG und der Firma Schalber GmbH noch weitaus bedeutender als die elektrische Mobilität.

'Vor dem Hintergrund drastisch zunehmender ökologisch bedenklicher Entwicklungen ist es an der Zeit, die vorherrschende Betrachtungsweise im Bereich Energie und Mobilität über reine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung hinaus zu erweitern', meint Christian Herles von der Inmares AG. Und darüber hat Schalber auch schon bei verschiedenen Veranstaltungen zur Energiewende gesprochen. Weitere Termine sollen folgen.

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